Alleine? Eine Anleitung gegen Einsamkeit

Einsamkeit überwinden

Ich weiß nicht, wie es dir gerade geht. Vielleicht fühlst du dich gerade einsam und bist deswegen auf diesen Artikel gestoßen. Vermutlich ist es nicht der erste oder zweite Artikel, den du zum Thema Einsamkeit liest und du weißt möglicherweise schon über den ein oder anderen Aspekt Bescheid.

  • Dass alleine Sein nicht zwingend bedeutet, dass man einsam ist.
  • Dass es wichtig ist, zu lernen, alleine zu sein.
  • Dass wir uns selbst genug sein müssen.

Und? Wie sehr haben dir Aussagen wie diese schon geholfen?


Du brauchst Schmerz

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Menschen (mich eingeschlossen!), zwar gute Tipps und Erkenntnisse, die wir mit dem Verstand gewonnen haben,  nur bedingt in der Realität leben können.

Um etwas zu verändern, brauchen wir oft ein bestimmtes Schmerzlevel. Tut mir leid, wenn ich das so sagen muss. Doch dieser Schmerz kann uns so viel weiterhelfen, wenn wir lernen, ihn zu nutzen!

In diesem Artikel lernst du

  • Warum sich Alleine sein beschissen anfühlen kann
  • Warum es ok ist, dass du dich so fühlst und dass du dich ruhig über Tipps gegen Einsamkeit aufregen darfst
  • Warum es wichtig ist, dass du ins Handeln kommst, aber kein anderer Mensch werden musst

Und ich zeige dir einen wirklich wirksamen Ansatz, mit dem du lernst, Einsamkeit in deinem Leben wirklich zu akzeptieren.

Einsamkeit tut weh

Das ist nicht einmal übertrieben. Einsamkeit kann Gefühle in uns auslösen, die körperlichen Schmerzen ähnlich sind!

Und es hat auch seinen Grund, dass sich Einsamkeit in ähnlichen Hirnregionen abspielt :

Einsamkeitsgefühle sind, genau wie Schmerz, ein Alarmsignal, das darauf hinweist, dass es etwas nicht stimmt. 

In diesem Fall, dass Bedürfnisse nach Nähe, Gemeinsamkeit oder Zugehörigkeit nicht erfüllt werden.

In unserem Leben dreht sich eigentlich alles um Bindung. Wir haben ein ganz ursprüngliches Bedürfnis, in Beziehung zu anderen zu sein. Die Angst vorm Alleinsein bedroht also wirklich etwas Grundlegendes. *

Wenn sich für dich alleine Sein also schlimm anfühlt, ist es jetzt wichtig, dass du dir die Zeit nimmst und herausfindest, was du tun kannst.

Und ich biete dir später einige Hilfestellungen dafür.


Der Schlüssel zu fast allem ist das Annehmen unserer Gefühle
Peter Beer

Einsamkeit wegen Selbstwertproblemen?

Eine häufig genannte Ursache von Einsamkeit ist ein geringes Selbstwertgefühl. Magst du dich selbst nicht besonders, tun es die anderen auch nicht.

So einfach? Naja.

Viele Menschen waren an einem Punkt ihres Lebens möglicherweise nicht einsam, doch bestimmte Umstände (Umzug, Verlust von Partner, Freunden, Familienmitgliedern) haben dazu geführt.

Verliert man etwas, wird man unsicher. Dem Leben gegenüber etwas misstrauisch. Und wie einfach ist es, mit Misstrauen tiefgehende Verbindungen zu anderen zu knüpfen? Ich würde sagen, es ist auf jeden Fall eine Herausforderung.

Auch Schüchternheit und Unzufriedenheit (Warum ist keiner für mich da?!) passen in diese Kategorie. Schließlich denken wir von uns selbst nicht unbedingt das Beste, wenn wir uns nicht an andere herantrauen oder eher unzufrieden mit den Menschen in unseren Umfeld sind.

Wie stärkst du aber ausgerechnet wenn du dich einsam, unzufrieden und vielleicht sogar nicht liebenswert oder nutzlos fühlst, deinen Selbstwert?


Akzeptiere deine Einsamkeit!

Was?

Ja, richtig gelesen.

Einsamkeit entsteht , wenn du dich mit aller Macht gegen das Alleinsein wehrst, anstatt es zu akzeptieren.

Solange du das Gefühl der Einsamkeit nicht akzeptierst, wirst du dich immer (wieder) einsam fühlen. Du wirst immer auf der Suche nach etwas im Außen sein, das dich erfüllt.

Klingt das gerade so richtig furchtbar? Möchtest du jetzt schon aufhören, zu lesen?

Dann wäre es jetzt richtig wichtig, das nicht zu tun, sondern mindestens bis zu meinem oben erwähnten Ansatz weiterzulesen.

Gerne alleine? Du hast die Wahl

Auch, wenn sich das in deinen Ohren wie die beste Lösung anhört, es wird dir dauerhaft nicht helfen, wenn du dich mit vielen Menschen umgibst oder deinen Tag komplett mit Aktivitäten ausfüllst.

In dem Moment, wenn einmal nichts ist, kommt das Gefühl zurück.

Ja, es gibt Menschen, die gerne alleine sind. Entweder als Kontrast zu ihrem sonst stressigen Leben, oder weil sie es vielleicht schon in frühester Kindheit gelernt haben, sich mit sich selbst zu beschäftigen und sich dabei sicher zu fühlen.

Jetzt sind wir fast schon wieder beim Thema Kindheit, doch dahin müssen wir, zumindest in diesem Rahmen, gar nicht zurück.

Ziel ist ja, an unseren Gefühlen zu arbeiten und diese sind ja jetzt präsent.

Ist das nicht an sich schon eine sehr gute Nachricht? Du hast die Wahl und sogar die Macht, etwas an deinem Zustand zu verändern.

Einsamkeit ist also nicht gleich Machtlosigkeit.

Dennoch gilt es natürlich, ins Handeln zu kommen. Aktiv werden nimmt uns das das Gefühl von Machtlosigkeit.

DIE Übung, um Einsamkeit zu akzeptieren

Wenn du meine Videos kennst, hast du mich bestimmt schon öfter davon sprechen gehört, Gefühle anzunehmen und da sein zu lassen.

Natürlich braucht das etwas Übung und ist vermutlich für viele auch noch Theorie.

Aus diesem Grund möchte ich dir von einer Situation erzählen, die noch gar nicht so lange her ist:

Eine meiner Mitarbeiterinnen hatte an einem Morgen erfahren, dass sie auf unbestimmte Zeit alleine zu Hause sein würde und das hat trotz Team und Freundeskreis ein unglaubliches starkes Einsamkeitsgefühl in ihr ausgelöst.

Es war keine konkrete Angst vor dem alleine Sein, doch diese Umstände lösten großen Stress bei ihr aus.

Sie hatte in dem Moment natürlich den Vorteil, dass jemand da war, der sie durch die folgenden Schritte führen konnte, doch im Grunde habe ich ihr nur Fragen gestellt, die du dir auch selbst stellen kannst.

Hier kommt also…

Deine Selbst-Coaching-Anleitung

Image

Schließe die Augen und denke daran, dass du dich einsam fühlst. Stelle dir jetzt vor, ich frage dich:

Wo fühlst du diese Einsamkeit?

Wo genau im Körper fühlst du diese Einsamkeit?

Wie fühlt es sich genau an? Ist es ein Druck, eine Schwere, ein Ziehen usw.?

Was passiert, wenn du jetzt einfach mal an diese Stelle „gehst“ und hinfühlst?

Wird das Gefühl stärker?

Wird es schwächer?

Was passiert, wenn du dem unangenehmen Gefühl erlaubst, sich so in deinem Körper zu äußern? Es einfach da sein lässt und nicht wegdrückst?

Lass es einfach mal da sein und beobachte es (ja, das ist nicht schön). Lass es da sein.

Was ist jetzt das Schlimmste, das passieren kann? (Bedenke, dass ja gerade jetzt in diesem Moment einfach nur ein Gefühl da ist!)

Wie fühlst du dich jetzt nach diesen Minuten des Aushaltens?

Vielleicht ist es dir nicht so leicht gefallen, diesen schriftlichen Fragen zu folgen. Und genau aus diesem Grund habe ich eine Meditation aufgenommen, in der ich dich ganz entspannt durch den Prozess führe:



Einsamkeit aushalten – und dann?

Sehr spannend war, dass sie damals sagte, dass es ihr zwar ganz ok ginge, aber nicht besonders gut. In den nächsten Tagen und Wochen aber konnte sie beobachten, dass sich eine innere Ruhe in ihr ausbreitete und es tatsächlich zu keiner einzigen Situation mehr kam, die nochmal ein Gefühl der Einsamkeit ausgelöst hätte.

Das ist übrigens auch noch etwas sehr Spannendes:

Da, wo das Gefühl der Einsamkeit einmal sein und dann gehen durfte, gab es einen neuen Impuls, eine neue Erfahrung. An dieser Stelle ist jetzt etwas anders als vorher.

Und diese neue Erfahrung kann wachsen. Dort kann erst einmal kein Einsamkeitsgefühl mehr „andocken“ und je mehr es sich etabliert, desto geringer auch die Wahrscheinlichkeit.

Wenn wir schlechte Erfahrungen machen, sprechen wir oft von einer Abwärtsspirale. Doch genau so gibt es auch eine Aufwärtsspirale 😊

Das bedeutet jetzt keine Wunderheilung für immer und ewig, sondern einfach nur, dass wir die positiven Erfahrungen kultivieren dürfen, um dann mit den negativeren besser umgehen zu können.

Und auch hier gilt: Sei gut zu dir, sei geduldig. An sich selbst zu arbeiten ist eine Herausforderung!

Selbsthilfe bei Einsamkeit

Auch, wenn du die Meditation oben schon gemacht hast oder ab jetzt immer wieder nutzt: Wir dürfen neben der emotionalen Arbeit auch in der Realität ins Tun kommen.

Hier kommen noch ein paar Anregungen, um deine ersten eigenen Schritte zu machen. Und keine Sorge:  Egal, was du gerade ausprobierst,

lass dich nicht unter Druck setzen. Du bist gut so, wie du bist, du machst es in deinem Tempo!

Raus aus der Opferrolle

Du hast bis hier her gelesen? Dann bist du auf dem besten Weg 😊

Kontakte, Kontakte, Kontakte

Jeder Mensch hat irgendwelche. Es ist völlig egal, wenn du dich vielleicht schon länger nicht mehr gemeldet hast. Die Person freut sich bestimmt, wenn jemand an sie denkt!

Kultiviere und pflege Freundschaften und Kontakte und melde dich aktiv!

Fang du an, Kontakt aufzunehmen!

Selbstliebe

Du willst niemanden belasten und deshalb nicht anrufen? Ergo, du kannst dich gerade nicht leiden?

Zurück zum Gefühle annehmen! Oder Selbstliebe praktizieren. Nutze dazu gerne diese Meditation.

Kleine Projekte

Ja, das hilft. Weißt du auch warum?

Immer, wenn du dir etwas vornimmst, egal wie klein, und es erledigst, lernt dein Geist „Hey, auf die/den kann ich mich ja verlassen“. Das steigert Stück für Stück dein Selbstbewusstsein und deinen Selbstwert.

Wenn du dir vertraust, ist alles so viel leichter! Du trainierst quasi deine eigenen Selbstvertrauens-Muskeln. Und ja, fange an, mit kleinen Dingen zu üben.

Bewegung! Wirklich!

Ja, manchmal regnet es. Aber ich muss dir nicht erklären, wie die Produktion von Glückshormonen durch Sport funktioniert oder?

Du hast es also in der Hand.

Und auch hier wieder: lass dich nicht künstlich unter Druck setzen: du kannst auch eine kleine Runde spazieren gehen oder noch besser, dafür in einen Wald fahren. Frische Luft, insbesondere Waldluft, tut uns unendlich gut.

Geht auch bei Regen. Dafür hat ein kluger Mensch einst den Regenschirm erfunden 😊


Ein Hauptstudium der Jugend sollte sein, die Einsamkeit ertragen zu lernen; weil sie eine Quelle des Glückes, der Gemütsruhe ist.
Arthur Schopenhauer

Schon weniger einsam?

Dieser Absatz ist insbesondere für die Menschen gedacht, die sich schuldig fühlen, weil sie diese Schritte noch nicht gehen.

Weil sie gerade keine Freude empfinden, keine Lust haben, ein neues Hobby zu finden. Sich gerade nicht mögen und deswegen eben auch kein 3 Gänge Menü für sich alleine kochen werden!

Jeder von uns hat Momente, in denen er einfach nicht alleine sein möchte!

Wenn du dich insgesamt besser fühlst, kannst du dich gerne an die üblichen Tipps wie „Suche dir ein Hobby“ oder „Mache etwas, das dir Freude bereitet“ heranwagen.

Bei vielen solcher Auflistungen denke ich mir oft: Wie soll denn jemand, der Einsamkeit empfindet, was oft ähnlich schlimm sein kann, wie körperliche Schmerzen, in diesem Zustand etwas finden, das Spaß macht?

Der Sprung von einem so lähmenden Gefühl zu: „Oh ja, ich mache jetzt etwas total Tolles“, ist einfach zu hoch.

Das heißt natürlich nicht, dass du dich davon abhalten lassen sollst. Werde aktiv, wenn du dich danach fühlst.

Ich wage jetzt mal zu behaupten:

Erst, wenn wir durch das Praktizieren von Annahme diesen emotionalen Mühlstein entfernen oder wenigstens kleiner machen konnten, ist es Zeit für Schritte wie:

  • „Akzeptiere dein Single-Dasein“
  • „Probiere Neues aus“
  • „Schaffe dir Struktur“
  • „Setze dir Ziele, erschaffe Projekte“

Verstehe das bitte nicht falsch: Ich will nicht sagen, dass du all diese Dinge nicht auch gleich machen kannst. Nochmal: Wenn es dir gut tut, mache es unbedingt.

Schritt für Schritt aus der Einsamkeit

Die meisten Probleme, die sich in unserem Leben zeigen, sind multifaktoriell. Das bedeutet, dass mehrere Ansätze nötig sein können, um sie zu lösen.

Wenn du dein Gefühl der Einsamkeit also nicht mit einem neuen Hobby loswirst, benötigst du vermutlich die emotionale Arbeit, wie oben in meinem Beispiel.

Wenn du das Gefühl aushältst und da sein lässt, brauchst du danach irgendwann auch eine Beschäftigung. Du sollst ja ab jetzt nicht tagelang Gefühle aushalten und nicht mehr am Leben teilnehmen

Wichtig ist: finde die für dich passende Kombination. Finde deinen Weg. Ich kann dir nur die Puzzleteile und Werkzeuge an die Hand geben.



Hier geht es nochmal zur Meditation :


Du möchtest noch etwas mehr zum Thema Einsamkeit oder Alleine sein erfahren? Lies zu diesen Themen auch gerne meinen Vorgängerartikel „Einsamkeit überwinden“



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