Wie du gesund mit deinen Ängsten umgehen kannst

Jeder von uns hat irgendwelche Ängste. Entweder bewusst oder unbewusst. Kleinigkeiten, wie die Angst vor Spinnen oder aber Ängste, die so stark sind, dass sie das Leben des Betroffenen deutlich beeinträchtigen. In diesem Artikel geht es weitgehend um Ängste, die unser Leben einschränken. Natürlich lässt sich die Anleitung für den Umgang mit ihnen auch auf kleinere Ängste anwenden. Denn jeder Schritt weg von der Angst, ist ein Schritt hin zu einem entspannteren, freien und selbstbestimmten Leben.

Wenn Ängste unser Leben einschränken, müssen wir lernen, wie wir gesund mit ihnen umgehen können. Denn wenn wir das nicht tun, werden uns unsere Ängste bewusst und unbewusst immer bestimmen und festhalten. In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, wie du es schaffen kannst, deine Ängste loszulassen, um ein befreites, freudvolles Leben führen zu können.

Ängste schränken ein

Ängste sind der Nummer-1-Grund, warum Menschen das Leben, das sie haben möchten, nicht leben können. Ängste können sehr subtil sein, beispielsweise „nicht gut genug “ zu sein, sich ständig Sorgen machen und grübeln oder ausgeprägte Formen annehmen, wie soziale Phobien oder die Angst, dass mit einem selbst etwas nicht stimmt. Oft sind betroffenen Menschen regelrecht gefangen in einer Komposition aus den verschiedensten Ängsten: Z. B. Angst vor Menschen, Tieren oder vor bestimmten Situationen, wie Aufzugfahrten oder dem Fliegen.

Anhand dieser wenigen Beispiele lässt sich schon feststellen, wie einschränkend Ängste sein können. Sie rauben uns regelrecht Lebensraum: Die Möglichkeit zu fliegen, bestimmte Orte zu besuchen, an Ereignissen teilzunehmen und am Ende hindern sie uns sogar daran, unsere Träume zu verfolgen. Denn es sind meistens Ängste, die zwischen uns und den Schritten stehen, die wirklich wichtig sind, um in bestimmten Bereichen unseres Lebens voranzukommen.

Somit ist, egal ob groß oder klein, immer die Angst der Faktor Nummer 1, der unser Leben einschränkt. Bei einigen Menschen können Ängste krankhaft werden:  Eine der weitverbreitetsten psychischen Krankheiten in Deutschland ist Angst, bzw. Angststörungen. Gefolgt von der Depression, die sich oft auch mit einer Angststörung abwechselt oder mit ihr einhergehen kann.

Warum haben so viele Menschen Ängste?

Angst ist zunächst eine ganz normale Reaktion unseres Körpers. Bei starken Ängsten oder Angststörungen jedoch, wissen die Betroffenen nicht, wie sie mit ihren Ängsten umgehen sollen. Weil sie es nie gelernt haben. Weil sie nie erfahren haben, wie sie mit dieser Emotion Angst mit den damit verbundenen Gedanken und Gefühlen gesund umgehen können.

Ich möchte in diesem Artikel zwei Ansätze beschreiben, wie du es schaffen kannst, diese Ängste loszulassen und gesund mit ihnen umzugehen. Ein Grund, warum ich dieses Thema so wichtig finde ist, dass ich diese Erfahrung selbst gemacht habe. Wenn du meine Geschichte kennst, weißt du es vielleicht.

Bevor ich Psychologie studierte, Bücher schrieb und die Achtsamkeits-Academy gegründet habe, war ich in der Automobilbranche tätig und habe damals unter all dem Stress und Belastungen tatsächlich eine Angsterkrankung entwickelt. Nach und nach wurden meine Ängste durch den ständigen Stress und Druck genährt und ich hatte am Ende Angst vor Meetings, dem Chef, eigentlich vor ganz banalen Dingen, die mir früher nie etwas ausgemacht hätten. Ich bekam immer mehr Aufgaben, die Belastung wurde größer und größer.

Das hatte Auswirkungen auf mich, die ich am Anfang nicht einmal bemerkt habe. Bis ich eines Tages nur noch von Angst und Stress getrieben war, mein Leben immer enger und kleiner wurde und letztendlich dieser eine Tag, den ich immer gerne erwähne, kam. Da stand ich nach einer Dienstreise vor dem Spiegel und habe mich selbst nicht mehr erkannt. Mein Leben war getrieben von Ängsten und Sorgen und nicht mehr dem, was mir wichtig war.

Das war der Punkt, an dem ich mich gefragt habe „was brauchen wir Menschen, damit wir gesund mit unangenehmen Gefühlen umgehen können?“

Ein Weg aus der Angst, den jeder lernen kann

Zunächst dürfen wir verstehen, wie Ängste überhaupt entstehen, was ja in unserem Kopf passiert. Es gibt evolutionäre Ängste: Früher, wenn uns ein Säbelzahntiger gejagt hat, vergleichbar mit heute, wenn eine direkte Gefahr auf uns zukommt, wie z. B. ein Auto, dann reagiert(e) unser Körper mit Angst. Sobald der Tiger weg ist und das Auto vorbeigefahren, beruhigt sich der Körper nach kurzer Zeit wieder.

Diese evolutionäre Angst, die unseren Körper aktiviert, ist extrem wichtig und natürlich. Angst ist ein körperliches Programm, das früher überlebensnotwenig war. Durch die Angst wurde Energie bereitgestellt (Adrenalin), dir wir benötigt haben, um zu kämpfen oder flüchten. Heute gibt es nicht mehr so viel Säbelzahntiger 😊, also kaum mehr reelle Gefahr. Natürlich noch im Straßenverkehr und bei Naturkatastrophen, aber auch das ist eher selten und auch hier funktioniert unser Körper (im Normalfall!) noch richtig: Nachdem die Gefahr vorbei ist, beruhigt sich der Körper und wir machen kein Problem aus dieser Angst. Weil es hier völlig klar ist, dass sie uns in diesem Moment geschützt hat.

Ängste in der heutigen Zeit

Die Rolle, die dieses ursprünglich wichtige Programm in unserer Gesellschaft eingenommen hat, ist allerdings problematisch. Nämlich, dass Menschen Ängste vor allen möglichen Dingen entwickelt haben, die gar keine wirkliche Gefahr bedeuten: Angst davor, eine Präsentation zu halten, Angst vorm Fliegen, obwohl die Zahlen sagen, dass Fliegen sehr sicher ist. Angst vor anderen Menschen, soziale Ängste, und viele mehr. Diese Ängste  sind in vielen Fällen ständig präsent, Körper und Geist können sich mitunter gar nicht von ihnen erholen und stehen ständig unter Strom.

Auch deine Angst fällt darunter, egal, woher sie kommt und wie groß oder klein sie dir vorkommen mag. Nehmen wir zum Beispiel die Angst, sich selbständig zu machen oder die Angst vor Krankheiten. Egal was! Unser Gehirn erkennt oder illusioniert sich eine Gefahr. D. h. es stellt sich ein Szenario im Geiste vor, das es als Gefahr bewertet und durch diese Bewertung der Situation im Kopf entsteht eine Energie im Körper.

Das bedeutet, unser Gehirn kann erst einmal nicht unterscheiden, ob der „Säbelzahntiger“ wirklich dort draußen oder es nur eine Vorstellung ist. Die meisten Menschen haben leider einen untrainierten Geist, der ständig in der Zukunft steckt zwischen Sorgen um Dinge, die passieren könnten oder Dingen, die schon einmal passiert sind. Und wenn sich unser Geist ständig in diesen Situationen aufhält, erzeugt er diese Energie von Angst.

Symptome der Angst

Problematisch ist, dass dieser untrainierte Geist, der nicht gesund mit Ängsten umgehen kann, natürlich Einfluss auf unseren Körper hat und zwar jedes Mal, wenn Adrenalin ausgeschüttet wird (was früher notwendig war). Die Sache ist nur die: heute sitzen wir am PC, auf Stühlen, bewegen uns kaum und können dieser Energie kaum mehr Raum geben. Wenn die Angst entsteht, erleben nun viele Menschen Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Schwindel, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme.

Ein weiteres Problem hier ist, dass Menschen, die Angst haben, merken, dass der Körper auf diese Angst reagiert und reagieren auf diese Reaktion des Körpers (schwitzen, Schwindel etc.) wiederum mit Angst. Sie sind in einem Teufelskreis aus Angst vor der Angst gefangen und die Ängste werden stärker und stärker.

Darum ist es so unglaublich wichtig, dass du, wenn du stärkere Ängste hast, dich jetzt damit beschäftigst und lernst, wie du wieder gesund mit ihnen umgehen kannst. Denn sie schränken dein Leben ein und es besteht die Gefahr, dass dein „Lebensraum“ immer kleiner und enger wird. Das weiß jeder Psychologe, das habe auch ich damals in meinem Job erlebt. Jeder, der an einer Angsterkrankung leidet weiß: Das Dasein wird gefühlt wird immer kleiner und kleiner. Das geht soweit , dass manche Leute ihre Wohnung nicht mehr verlassen können und selbst dort Angst haben.

Ängste müssen nicht sein, wenn wir sie verstanden haben

Die erste Komponente, um mit Angst umgehen, ist das Verstehen: Angst entsteht in unserem Geist. Jetzt müsste ich doch eigentlich keine Angst vor der Prüfung haben, weil ich doch weiß, dass mir rein physiologisch nichts passieren kann. Warum reagieren wir dann trotzdem auf diese Situation? Weil unser Gehirn die Situation weiterhin  als Gefahr bewertet. Unser Unterbewusstes ist meistens stärker als unser Verstand. Daher dürfen wir diesen Ansatz trainieren.

Nochmal: Unser Geist bewertet die Situation als Gefahr, als schlimm. Frage dich einmal selbst, wenn du dich gerade in einer Situation befindest, die dir Angst macht: Was ist das Schlimmste Szenario, das eintreten kann? Oft wirst du bei dieser Fragestellung merken, welche irrwitzigen Szenarien dein Geist in diesem Moment erschafft. Wenn du dir diese Frage mal aufrichtig und bewusst stellst und reflektierst, wirst du merken: Diese Szenarien sind absurd und wenn du das merkst, kann die Angst schon weniger werden. Muss nicht, kann aber.

Übe dieses Bewusst machen, was unser Gehirn als vermeintliche Gefahren bewertet, die gar nicht real sind. Viele Ängste sind einfach aus Prägungen entstanden, aber das ist jetzt erst einmal nicht der Punkt. Wichtig ist, dass diese  Verknüpfungen irgendwann einmal entstanden sind und jetzt nun mal existieren. Als ersten können wir mit dem Verstand genauer hinsehen. „Was ist das Schlimmste, das passieren kann?“ Mit dieser Frage decken wir oft auf, was sich unser Geist unbewusst ausmalt. Wir merken das oft gar nicht bewusst. Wir fühlen und spüren einfach nur die Angst, das Herzrasen, das Schwitzen.

Der Schlüssel zur Befreiung von der Angst

Wie können wir nun mit diesen Gefühlen umgehen, wenn sie erst einmal da sind?  Angst ist ja evolutionäres Programm, durch das Energie im Körper ausgeschüttet wird. Diese Energie spüren wir und empfinden sie als sehr unangenehm. Angst ist eine Energie in deinem Körper, die natürlich unangenehm sein muss, weil sie dich von etwas wegbringen möchte! Das ist ihre Aufgabe.

Was machen wir nun mit diesen Emotionen? Die meisten Menschen verdrängen sie, vermeiden Situationen , um diese Energie gar nicht erst spüren zu müssen. Aber genau das ist der Schlüssel! Der Schlüssel, aus der Angst zu kommen, ist der gesunde Umgang mit ihr. Das bedeutet konkret: Wir müssen durch die Angst hindurch. Wir müssen uns die Erlaubnis geben, diese Energie einmal zu spüren, die Präsentation zu halten, ins Flugzeug zu steigen und zu sagen: ich darf Angst haben! Ich darf diese Energie fließen lassen, sie da sein lassen und NICHT gegen sie ankämpfen.

Ja, sie ist unangenehm, aber der Kampf dagegen ist noch schlimmer und unangenehmer. Wenn wir sie anstatt dessen fließen lassen, sie erkennen und den Mut haben (das erfordert Übung!) sie fließen zu lassen, die Angst da sein zu lassen und einfach weiterzumachen, ändert sich etwas in uns. Es geht dabei nicht darum, sich auf die Angst selbst konzentrieren. Deine Aufgabe ist es, den Fokus bspw. auf deinen Atem zu richten oder bei deiner Aufgabe zu bleiben und innerlich loszulassen, die Energie fließen zu lassen.

Vielleicht kennst du die Situation: Du versuchst dich, auf etwas im Außen zu konzentrieren, aber innerlich kämpfst du gegen die Angst und willst sie weghaben. Dieser Kampf erzeugt noch mehr Leid und blockiert (weil du diese Energie blockierst!) Wenn du jetzt loslässt, keinen Widerstand bietest, weich wirst, ruhig atmest, dann lernt dein Geist mehr und mehr: „Ah, diese Situation ist ja gar nicht schlimm! Diese Situation habe ich ja früher als Gefahr wahrgenommen, aber es ist ja gar keine!“ Und dann lässt er sie Stück für Stück los. Und DAS ist der gesunde Umgang mit Angst!

Noch einmal: der Weg der Befreiung ist: 1. Erkennen, dass die Angst nicht schlimm ist und nur eine Energie. 2. Diese Energie zuzulassen und fließen zu lassen und deinem Geist nach und nach beizubringen, dass er sie loslassen darf. Je häufiger du genau so gesund mit deinen Ängsten umgehst, desto entspannter wirst du, weil du irgendwann keine Angst mehr vor der Angst haben wirst.

Dranbleiben ist wichtig

Mir ist vollkommen bewusst, dass Ängste oft wirklich eine große Herausforderung sind. Ich kenne es aus meinem Leben.  Diesen Artikel zu lesen bedeutet jetzt nicht, die vollständige Befreiung aus der Angst zu erfahren. Er dient als ein Ansatzpunkt. Die wirkliche Befreiung erfolgt durch Üben, durch kontinuierliches Begegnen mit deinen Ängsten. Wenn du möchtest, höre dir meine Meditation zum Thema Ängste loslassen an.

Die Auflösung von Ängsten kannst du auch gezielt innerhalb eines Rahmens praktizieren. In der Achtsamkeits-Academy gibt es hierzu einen sehr intensiven Kurs, der mit einer klinischen Psychotherapeutin entwickelt wurde. Hier wird wirklich Schritt für Schritt gezeigt, wie du deinen Ängsten begegnen kannst. Der Kurs geht tief, mit vielen raffinierten, detaillierten Informationen und Techniken. Du wirst das Zusammenspiel deiner Gedanken und deines Körpers viel besser verstehen lernen. Dazu gibt es geführte Meditationen und alles, was du brauchst, um bewusst und gesund zu lernen, mit deinen Ängsten umzugehen.

Warum mir dieses Thema so am Herzen liegt? Weil ich eines aus Erfahrung weiß: Wenn wir nicht anfangen, uns unseren Ängsten zu stellen, wird unser Leben immer enger und wir kommen nicht dahin, wo wir gerne sein möchten. Jeder von uns, selbst die Menschen, die vermeintlich souverän sind und stark wirken, haben unbewusste Ängste, die ihr Leben kontrollieren und steuern. Wenn wir lernen, das alles in den Fluss zu bringen, gewinnen wir Lebensfreude und können ein selbstbestimmtes Leben führen!


Lass uns zusammen ein Leben erschaffen, das wirklich rockt:


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