Eifersucht in der Partnerschaft: Befreie dich mit Achtsamkeit

"Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht , was Leiden schafft."
- Franz Grillparzer

Eifersucht ist ein Problem, mit dem viele Paare zu kämpfen haben. Gerne wird die Eifersucht auch als „Beziehungskiller“ bezeichnet; sie ist der Grund für unschöne Konflikte und ist meistens irrational und unbegründet.

Man kann sie als eine Art „Gefühlscocktail“ bezeichnen: Betroffene empfinden gleichzeitig Wut, Trauer, Schmerz und Neid.

Der Grund für die Eifersucht ist aber im seltensten Fall auf das Verhalten deines Partners zurückzuführen, sondern ein niedriges Selbstbewusstsein und wenig Selbstliebe. Das verstehen jedoch die wenigsten eifersüchtigen Menschen und gehen in den Kampfmodus, in die Konfrontation mit dem Partner.

  • In diesem Artikel erfährst du alles über die Ursachen von Eifersucht
  • Du bekommst tolle Strategien an die Hand, diese zu überwinden
  • Du wirst am Schluss verstehen, woher deine Eifersucht kommen könnte

Was ist Eifersucht und woher kommt sie?

Nach De Steno, Valdesolo & Bartlett (2006) ist Eifersucht eine negative emotionale Reaktion auf den möglichen Verlust einer wichtigen Beziehung an eine andere Person, die als Rivale empfunden wird.

Sie findet Ausdruck in Gefühlen wie Wut, Aggression, Angst, Schmerz, Unsicherheit, Misstrauen, Trauer und Erniedrigung und führt oft zu Verhalten, das die Bedrohung durch den Rivalen abwehren soll.

Dabei handelt es sich bei der Eifersucht meistens nur um irrationale Bilder im eigenen Kopf, die nicht der Realität entsprechen und so ausschließlich deiner Fantasie entspringen.

Sie ist nur selten begründet, denn oft sind die Szenarien, die wir uns in Gedanken ausmalen, äußerst unwahrscheinlich und nur ein Produkt unserer Fantasie. Somit werden negative Gedanken und Emotionen erzeugt, die uns eigentlich schützen sollen, doch meistens genau das Gegenteil bewirken.

Eifersucht ist ein subjektives Gedankenkonstrukt
Zum nachdenken

Mann ist anders eifersüchtig als Frau

Kleine Frage an dich: Welches Szenario würde dir mehr Schmerz bereiten?

  1. Zu erfahren, dass dein Partner sich in jemand anderen verliebt hat und eine enge Bindung zu dieser Person aufgebaut hat?
  2. Der Gedanke daran, dass dein Partner Sex mit einer anderen Person hatte, und dabei aufregende neue Dinge ausprobiert hat?

Eine Studie des US-Amerikaners David Buss ergab, dass die Mehrheit der Frauen empfindlicher auf emotionale Untreue reagieren, während Männer sexuelle Untreue als schlimmer empfinden (Buss, 2001, S. 15).

Na, trifft das auch auf dich zu?

Schreib uns gerne in die Kommentare, ob deine Wahl den Ergebnissen von David Buss entspricht. Wir sind neugierig!

Dieses Phänomen hat einen evolutionär bedingten, soziobiologischen Grund:

Als Frau kannst du dir immer sicher sein, dass du die Mutter deines Kindes bist; immerhin wächst es in deinem Körper heran. Somit geht es der Frau hauptsächlich um die Sicherheit einer emotionalen Verpflichtung des Mannes ihr gegenüber.

Schließlich ist er ja der Ernährer und Frau absolut abhängig von ihm – im altmodischen Sinne natürlich.

Als Mann hingegen ist es dir besonders wichtig, bei der Frau vor allem in sexueller Hinsicht an erster Stelle zu stehen; das garantiert dir, ihr einziger Sexualpartner zu sein und somit mit absoluter Sicherheit auch der Vater ihrer Kinder zu sein.

Denn was wäre schon schlimmer, als ein Kind zu ernähren, das gar nicht deines ist? 😉

Was dein Inneres Kind mit deiner Eifersucht zu tun hat

Doch woher kommt diese Eifersucht jetzt? Wann hat unser Geist angefangen, so ängstlich zu werden und zu glauben, dass er uns so vor dem befürchteten Verlust schützen kann?

Die Ursache liegt wie so oft in unserer Vergangenheit und den Prägungen unseres inneren Kindes: als kleines Kind bist du nämlich sehr verwundbar.

Deine Eltern sind deine größten Bezugspersonen, deine engsten Vertrauten und du fühlst dich absolut abhängig von ihnen, du bist maximal auf sie fokussiert – weshalb ihr Verlust eine Katastrophe für dich bedeuten würde.

Dein Urinstinkt, die nackte Angst ums Überleben in seiner reinsten Form (denn du denkst, du wärst ohne deine Eltern nicht überlebensfähig) drückt sich so in einer irrationalen Verlustangst aus – und jede Bedrohung triggert diese Angst in dir.

Jede Veränderung, jeder noch so kleine Verlust bedeutet ein Trauma für dich; das kann die Trennung deiner Eltern sein, das Ableben eines Elternteils oder die schlichte Nichtbeachtung durch deine Eltern.

Eifersucht ist also nichts anderes als die panische Angst vor dem Verlassen werden.

Als Kind bist du einfach nicht in der Lage zu differenzieren, wer die Schuld am Verlust trägt, und du übernimmst automatisch selbst die Verantwortung dafür – du kannst es dir einfach nicht anders erklären, und schon ist das „Etwas stimmt mit mir nicht“-Gefühl da.

Dieser Einbruch deines Selbstwertes und diese große Verlustangst sind aber zu viel für dich, weshalb dein Gehirn nach einem Schutzmechanismus sucht, etwas, wie es dich vor dieser Gefahr warnen kann: das Gefühl der Eifersucht.

Und je öfter oder intensiver du Verluste in deiner Kindheit erleben musstest, desto ängstlicher wird dein Gehirn und desto mehr hat es das Bedürfnis, dich davor zu schützen…die Eifersucht wird größer.


Was tun gegen Eifersucht? - 7 Anhaltspunkte

1. Heile dein inneres Kind

Das ist natürlich am nahe liegendsten; aber es ist auch leichter gesagt als getan. In der Academy findest du einige Hilfestellungen dazu:

  • Hier findest du alle Infos zum Kurs "Heile dein Inneres Kind"
  • Hier findest du einen Blogartikel mit dem Thema "Wie du dein Inneres Kind heilst"

2. Offenheit und Kommunikation 

Das ist unabhängig von Eifersucht natürlich elementar für eine Partnerschaft. Doch auch deine Eifersucht darfst du mit deinem Partner teilen, denn du bist nicht alleine mit diesem furchtbaren Gefühl!

In einer Partnerschaft stecken immer 2 Menschen. Dein Partner möchte, dass es dir gut geht! Gestehe dir ein, dass die Eifersucht ein Produkt DEINER Fantasie ist und dein Partner damit nichts zu tun hat.

Indem du selbst die Verantwortung für dieses Gefühl übernimmst, bringst du deinen Partner auch nicht in Erklärungsnot und verhinderst, dass es überhaupt erst zum Konflikt kommt.

Versuche stattdessen, deinem Partner zu erklären, was genau in dir vorgeht; nur so hat er überhaupt die Chance, deinem Schmerz Raum zu geben und Rücksicht auf dich zu nehmen.

So kommst du auch in die Heilung: dein Partner kann dir Sicherheit geben und du fängst an, das Gefühl zu bearbeiten und darüber zu reden.

3. Akzeptanz und Selbstmitgefühl

Wenn das Gefühl der Eifersucht doch wieder einmal durchkommt, dann kämpfe nicht dagegen an, sondern akzeptiere, dass es da ist. Sei nicht so hart zu dir selbst; sag dir lieber: „Ich darf eifersüchtig sein“

Hab Mitgefühl mit dir selbst! Nimm dein Inneres Kind einmal in den Arm, sei liebevoll zu dir selbst. Forsche nach, woher dieses Gefühl kommt. Wo hat es seinen Ursprung?

4. Meditation/Bodyscan

Nimm dir Zeit für dich selbst und spüre genau nach. Wie fühlt sich die Emotion Eifersucht an? Zieht sie, drückt sie, fühlt sie sich an wie ein Loch? Wo genau befindet sie sich? Im Bauch, in der Brust, im Hals

Finde wieder zurück in die Verbindung zwischen deinem Geist und deinem Körper, kehre zurück in den Moment.

5. Mantras

In der akuten Situation kann es auch hilfreich sein, wenn du dir selbst bestimmte Mantras immer wieder vorsagst, die du dir vorher zurechtgelegt hast. Das kann z.B. so aussehen: „Ich weiß, wer ich bin. Ich kenne meine Stärken und ich weiß, was mein Partner an mir hat.“

6. Raus aus dem Gedankenkarussell: Gedanken auf Wahrheitsgehalt überprüfen

„Mein Partner trifft sich gerade mit jemand anderem.“ – Ist das wirklich wahr? Ist das realistisch? Oder ist es nicht viel realistischer, dass er wirklich gerade mit seinen Freunden unterwegs ist, wie er es dir gesagt hat? Übe dich in Selbstreflektiertheit und hinterfrage deine negativen Gedanken regelmäßig.

Überprüfe, ob sie dir wirklich dienen.


"Liebe macht blind, aber Eifersucht sieht zu viel."
- Altes jüdisches Sprichwort

7. Baue Selbstliebe auf

Eifersucht entsteht, indem du dich mit einer anderen Person vergleichst, die etwas hat, was auch du gerne hättest; und schon vergisst du deine eigenen Stärken und fokussierst dich nur noch auf die Dinge, die dir fehlen.

Wenn du lernst, dich für das zu lieben, was du bist, bist du auch nicht so anfällig dafür, die Fehler bei dir selbst zu suchen. Das führt auch dazu, dass du deinen Selbstwert nicht so abhängig von der Bestätigung durch andere machst.





FAQs zu Eifersucht und Partnerschaft

  • Ist Eifersucht auch mal angebracht?

Grundsätzlich ist sie eine Emotion, die wir akzeptieren und erleben dürfen. Natürlich hat sie eine Daseinsberechtigung, und es wäre absolut kontraproduktiv, wenn du dich dagegen wehrst und du sie ablehnst. Du darfst aber gleichzeitig auch akzeptieren, dass du sie nicht brauchst – sie dient dir nicht.

Mach dir deine Stärken bewusst und werde dir darüber klar, dass du wertvoll bist. Es gibt also keinen Grund dafür, eifersüchtig zu werden, denn du hast auch jede Menge zu bieten. Du bist genug!

  • Ist es gut, wenn ich meinem Partner meine Eifersucht zeige?

Offenheit und Kommunikation ist – vor allem in Beziehungen - immer gut. Die Frage dreht sich hier eher um das WIE: Was genau möchtest du erreichen, wenn du deine Gefühle mit deinem Partner teilst? Und wie erreichst du das am besten?

Du wirst kein Verständnis von deinem Partner erwarten können, wenn du ihn mit einer lauten Eifersuchtsszene attackierst.

Versuche es mit Ich-Botschaften; beschreiben deinem Partner sachlich, welche Gefühle seine Handlungen bei dir ausgelöst haben. Wichtig ist, dass hier keine Schuldzuweisungen stattfinden.

  • Ist Eifersucht ein Zeichen von Liebe?

Oft hört man Sätze wie „Das zeigt meinem Partner doch nur, wie sehr ich ihn liebe!“ Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Eifersucht erzeugt nur Distanz zwischen euch beiden.

Du kannst deinen Partner auch lieben, ohne eifersüchtig zu sein und eine vertrauensvolle und offene Partnerschaft führen.

Alles Liebe dafür

Dein Peter





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Literaturverzeichnis

Buss, D. M. (2001). Wo warst du? Vom richtigen und vom falschen Umgang mit der Eifersucht. Kreuzlingen: Diederichs.

DeSteno, D., Valdesolo, P. & Bartlett, M. Y. (2006). Jealousy and the threatened self: getting to the heart of the green-eyed monster. Journal of Personality and Social Psychology, 91, 626-641.

 

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