Einsamkeit überwinden – was wirklich hilft, wenn du einsam bist

Einsamkeit überwinden

Die meisten Menschen haben sich in ihrem Leben schon einmal einsam gefühlt. Vermutlich auch du. Möglicherweise weißt du sogar genau, wie beschissen sich Einsamkeit manchmal anfühlen kann.

Für viele handelt es sich dabei um eine Phase, die auch wieder vergeht. Manchmal nach einem Umzug, einer Trennung oder einem Todesfall.

Doch was passiert, wenn dieses Gefühl konstant in deinem Leben vorherrscht?

In diesem Artikel erfährst du, was du tun kannst, um Einsamkeit zu überwinden. Du bekommst wertvolle Tipps und erfährst, wie Einsamkeit entsteht und worauf es wirklich ankommt, wenn man sie überwinden möchte.


Einsam unter Menschen

Ich habe sehr viele Klienten, die sich einsam fühlen, obwohl sie viele Freunde, einen Partner oder eine Familie haben. Obwohl sie scheinbar alles besitzen. Das Gefühl der Einsamkeit ist also auch da, wenn Menschen um sie herum sind.

Vielleicht kennst du das auch? Du bist einsam, obwohl jemand da ist. Denn Einsamkeit und Alleine sein sind zwei unterschiedliche Dinge.

Gibt es Momente in deinem Alltag, in denen du alleine bist,  dich aber nicht einsam fühlst oder es sogar genießt, für dich zu sein und Ruhe zu haben?

Beobachte mal, ob du dich in deinem Alltag öfter gut fühlst, obwohl du alleine bist.

Oder fühlst du dich sofort einsam und verlassen, wenn gerade niemand Zeit für dich hat? Dann lies weiter.


Wie entsteht Einsamkeit?

Wieso fühlen sich manche Leute immer wieder einsam und andere nie?

Kann man Einsamkeit vorbeugen? Ist es eine Charakter-Sache? Können manche Menschen schlichtweg besser mit dem Alleine sein umgehen und fühlen sich auch alleine nie einsam?

Fangen wir mal von vorne an:

Es gibt innere und äußere Auslöser für Einsamkeit

Die innere Faktoren sind deine Einstellungen und Überzeugungen:

  • Alleine macht das meiste doch überhaupt keinen Spaß
  • Ich brauche einen Partner, um wirklich glücklich zu sein
  • Wenn mich jemand nicht mag, dann stimmt irgendetwas nicht mit mir
  • Das Leben ist sinnlos ohne Freunde und eine/n Partner/in
  • Ich bin weniger wert, wenn ich keine Freunde habe
  • Wenn ich den Menschen wichtig wäre, würden sie sich Zeit für mich nehmen

Nur, weil du diese Überzeugungen in dir trägst, heißt es noch lange nicht, dass du dich gleich einsam fühlst.

Solange die äußeren Umstände so laufen, dass deine Überzeugungen sich nicht zeigen, kannst du auch gut mit ihnen leben. Schwierig wird es dann, wenn das nicht mehr der Fall ist.

Das kann passieren, wenn sich deine Beziehung, dein Freundeskreis oder dein Arbeitsumfeld verändert.

Es gibt natürlich auch äußere Faktoren, die zu Einsamkeit führen können:

  • Wenn du dich von deinem Partner trennst oder umgekehrt und plötzlich ein großes Stück deiner alten „Welt“ wegfällt
  • Wenn du wenig Freunde oder Ansprechpartner hast, z. B. nach einem Umzug
  • Wenn deine Kinder ausgezogen sind
  • Wenn du schüchtern bist und dich unter Menschen unwohl fühlst
  • Wenn du zu hohe Erwartungen an deine Mitmenschen hast (!)

Oft ist es tatsächlich die Kombination aus inneren und äußeren Faktoren, die letztendlich zu Einsamkeitsgefühlen führt.


„Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.“

- Alfredo Le Mont

Wie fühlt sich Einsamkeit an?

Typische Gedanken von Menschen, die sich einsam fühlen, sind:

  • Keiner interessiert sich dafür, wie es mir geht
  • Niemanden interessiert es, was ich gerade mache, weil sich keiner bei mir meldet
  • Ich bin langweilig und uninteressant, sonst hätte ich doch mehr Freunde
  • Niemand scheint mich zu verstehen, bei den anderen scheint es ja auch besser zu klappen mit dem Sozialleben
  • Die anderen unternehmen tolle Dinge und ich sitze allein zu Hause herum
  • Was ist mit mir falsch, dass ich keinen Partner finde?
  • Das Leben fühlt sich so leer an

Kennst du einige dieser Gedanken? Hast du sie öfter und belasten sie dich mittlerweile so sehr, dass sie dein ganzen Leben negativ beeinflussen?

Dann ist es Zeit, die Ursachen für deine Einsamkeit herauszufinden und eine Lösung dafür zu finden!

Du bist nicht alleine.

Im Gegenteil! In Deutschland nahm die Einsamkeitsquote von 2011 bis 2017 um rund 15 Prozent zu, in einzelnen Altersgruppen sogar um 59 Prozent.

Schau‘ dich doch einmal in unserer Gesellschaft um: Single-Haushalte, Single-Produkte etc. Die unzähligen Kommunikationsmöglichkeiten, die es uns so leicht machen würden, aber uns ironischerweise oft daran hindern, wirklich und wahrhaftig zu kommunizieren, von Angesicht zu Angesicht zu sprechen.

Schau dir auch mal genau an, was durch den Einfluss der sozialen Medien mit uns passiert:

Das ständige Vergleichen schadet uns, weil die wenigsten Menschen auf Facebook, Instagram etc. komplett authentisch sind und meistens nur das „gute Leben“ posten. Oft passiert es ganz unfreiwillig und unbewusst, dass wir Gedanken zulassen, wie "Den anderen muss besser gehen muss als mir". Das Gras auf der anderen Seite ist grüner. Zumindest scheint es so.

Wir brauchen tiefgehende Verbindungen zu anderen    Menschen, um glücklich und zufrieden zu sein

Doch bevor wir gesunde Verbindungen eingehen können, dürfen wir erst einmal in uns aufräumen.

Ja, auch du. Sonst würdest du diesen Artikel vermutlich nicht lesen.
Dazu gleich mehr.



Machen uns andere Menschen weniger einsam?

Was ist, wenn du deinen Traumpartner hast, wenn du viele Freunde hast oder das Leben lebst, das du immer wolltest?

Im ersten Moment würdest du vermutlich sagen, „Dann fühle ich mich nicht mehr einsam, dann bin ich glücklich“. Wir glauben, dass uns andere Menschen dieses Glück schenken.

Das ist aber ein Trugschluss.

Wir dürfen nicht die Verantwortung nach außen abgeben, sondern sie selbst übernehmen.

Was hältst du davon, dich jetzt auf den Weg zu machen, herauszufinden, um was es eigentlich geht und wie du wirklich glücklich wirst? Den Frieden in DIR suchst?

Wenn wir uns auf die Reise machen, zu erkennen, was wir wirklich wollen, was uns wirklich glücklich macht – völlig unabhängig von anderen – passiert etwas Spannendes:

Wir werden zu Menschen mit Ausstrahlung. Menschen, die einen Sinn für sich gefunden haben und für die Einsamkeit kein Thema mehr ist.


Hier kannst du diesen Blogartikel auch als Video ansehen:



Gedanken lösen Einsamkeit aus

Es gibt sehr viele Leute, die sich einsam fühlen, obwohl sie…

  • verheiratet sind und oder eine Familie haben
  • hoch angesehen sind
  • einen großen Freundeskreis besitzen
  • ständig von Menschen umgeben sind
  • von vielen Menschen gemocht oder sogar bewundert werden.
    Da fällt mir sofort der Film Bohemian Rhapsody ein. Was ich daran am bewegendsten fand, war die Einsamkeit, die der damalige Weltstar Freddy Mercury erlebt hatte

Wenn es also nicht von anderen Menschen abhängig ist, ob wir uns einsam fühlen, was ist dann der Grund?

Es sind Gedanken, die das Gefühl                        der Einsamkeit auslösen.

"Wenn keiner bei mir ist, fühle ich mich einsam. Mit mir stimmt etwas nicht, weil ich nicht genug Freunde hab, weil ich keine Partner finde." Es sind die Gedanken, mit denen wir uns selbst einreden, “So wie ich bin, bin ich nicht gut genug“.

Das Schlimme dabei ist, dass dieses Gefühl der Einsamkeit wieder neue Gedanken in diese Richtung erzeugt. Diese Verbindung zwischen Gefühl und Gedanken ist unglaublich stark. Wir denken also oft Gedanken, die uns gefühlt noch einsamer machen.

Die Medien und unser Umfeld reden uns ständig ein, dass uns andere Menschen glücklich machen. Wir denken, wenn wir all das besitzen, fühlen wir uns nicht mehr einsam. Wir kennen nur dieses eine Bild vom Alltag: Jemand, der viele Freunde hat, ist glücklich, jemand mit Partner ist vollwertig.

Doch wir müssen uns an dieser Stelle fragen: Ist es wirklich wahr?


Wenn du deine Wahrheit lebst, kommen ähnliche Menschen in dein Leben


Einsamkeit durch fehlenden Authentizität

Ok, der ist wirklich wichtig: Menschen gehen intuitiv auf Abstand, wenn sie spüren, dass ihr Gegenüber nicht authentisch ist.

Jeder Mensch strebt nach Glück, jeder möchte ein freudvolles, glückliches Leben führen. Da das Bild dieses glücklichen Lebens bei vielen leider etwas verzerrt ist (ich brauche XY, um glücklich zu sein), setzen diese Menschen eine Maske auf, um etwas zu erfüllen, von dem sie überzeugt sind, dass es sie glücklich machen wird.

Manche Menschen sind freundlich, weil sie Ablehnung nicht ertragen möchten. Manche ziehen ihren ganzen Lebenssinn aus Job und entsprechendem Status, obwohl sie vielleicht viel lieber einfach nur so angenommen werden wollen, wie sie sind. Da sie sich das nicht vorstellen können, spielen sie weiter ihre Rolle. Ohne es zu merken.

Manche Menschen sagen Ja, wenn sie Nein meinen und ärgern sich dann oder kommen Menschen hilfreich entgegen, weil sie in Wirklichkeit Bestätigung von diesen brauchen.

Und jetzt noch ein Verhalten, das ich extrem oft beobachte: Manche Menschen sind unglaublich aufopfernd und wundern sich dann, dass nichts zurückkommt. Wenn das so ist, leben sie häufig einfach nur die eigene Bedürftigkeit aus. Sie wollen geliebt werden und das steht ihnen auf der Stirn geschrieben. Liebe ist aber nichts, dass man sich erkaufen, erarbeiten oder erzwingen kann.

All das ist fehlende Authentizität.

Lass dich doch mal auf dieses einfache              Gedankenspiel ein:

Was glaubst du, passiert, wenn du dich deinem Umfeld zeigst? Damit meine ich, dass du deinen Freunden, Bekannten oder auch Familienmitgliedern offen und ehrlich (und bitte liebevoll) kommunizierst, wie es dir gerade wirklich geht, was du brauchst. Denkst du, dass du auf Ablehnung stößt?

Hast du dir schon einmal überlegt, dass du damit auch Brücken schlagen kannst? In dem Moment, in dem du dich zeigst, deine Wahrheit aussprichst, machst du deinen Mitmenschen das Geschenk, dich wirklich kennenzulernen. Dann dürfen sie selbst entscheiden, ob sie Schnittpunkte mit dir finden.

Ein weiteres Gedankenspiel:

Was machst du wirklich gerne? Und ja, es ist wirklich egal, wenn es in deinen Augen etwas ist, das du als "nichts Besonderes" abtust. Egal, ob es malen, häkeln oder kochen ist oder du dich gerne verkleidest.

Du machst diese Sache und fühlst dich gut dabei. Was passiert in diesem Moment mit dir? Bist du erfüllt, bist du wahrhaftig?

Ich gehe einfach mal davon aus. Und was glaubst du, wie dein Umfeld auf einen glücklichen, erfüllten Menschen reagiert? Ganz genau: Ein solcher Mensch ist interessant, ist anziehend. Und zwar für Menschen, die ähnlich ticken.

So: Musst du jetzt noch kämpfen, um dich aufgehoben und nicht mehr einsam zu fühlen?

Du bist erstens ganz bei dir und das erlaubt es anderen, sich dir annähern zu können, ohne Angst haben zu müssen, dass du ihnen Energie raubst, um dich besser zu fühlen.

Mach dich auf den Weg und werde selbst zu dem Menschen mit strahlenden Augen, mit dem man sich gerne umgibt. Dann bekommst du das, was du von Anfang an wolltest. Nicht, indem du darum kämpfst, sondern weil du dich auf dein eigenes glückliches Leben konzentrierst.

 So wie du jetzt bist, bist du ok!

Übernimm die Verantwortung für dich selbst. Die Lüge vom Glück im Außen gilt nicht mehr. Du bist selbst dafür verantwortlich. Ab jetzt kannst du anfangen, jeden Tag einen kleinen Schritt zu gehen.

Wie genau?


Konkrete Maßnahmen gegen Einsamkeit

Oder: Wie wir Menschen in unser Leben ziehen.

Du kannst sowohl im Innen als auch im Außen arbeiten. Jedoch gibt dir nur die Arbeit mit dir selbst wirkliche Sicherheit, Einsamkeit zu überwinden.

Am Anfang ist es nicht immer leicht. Wir beginnen, uns mit uns selbst auseinandersetzen. Aber wir kommen Schritt für Schritt in die Leichtigkeit.

Die Schritte zu dir selbst:

    1. Nimm die Situation an. Vollständig. Auch, wenn es am Anfang ungewohnt ist. Sage dir und vor allem, erlaube dir zu glauben: „Es ist ok! Es ist genau so, wie es ist, ok.“
      Wie fühlt es sich an, jemandem zu sagen „Ich fühle mich in letzter Zeit einsam“?
    1. Finde heraus, was dir fehlt. Wie kam es dazu, dass ausgerechnet DU dich einsam fühlst. Überlege mal, wie dein heutiges Verhalten dazu beiträgt. Ja, diese Ehrlichkeit mit dir selbst kann auch weh tun.

      Schaue dir dazu auch gerne mal die Arbeit mit dem Inneren Kind an. Diese ist extrem wertvoll, wenn es um das Verstehen und Lösen von alten Prägungen geht.
    1. Finde heraus, was du wirklich willst. Auch, wenn sich das wie ein alter Spruch anhört! Was ist dir wichtig, was macht dich aus, was macht dir Spaß? Tue das, was dir Spaß macht, das ist entscheidend!

      Du brauchst Sinn und Orientierung im Leben und in dir. Erlaube dir, in jede Ecke zu denken! Und im Zuge dessen wirst du nicht nur zufriedener: wenn dein Hobby oder sogar deiner neuer Job dich an einen Ort mit Menschen führt, umso besser!
    1. Sei dein Freund! Rede mit dir, wie mit deinem besten Freund / deiner besten Freundin. Gönne dir Dinge auch alleine. Es wird nach und nach zur Gewohnheit, auch wenn es anfangs komisch ist. Fange klein an und setze dich z. B. mit einem Buch in ein Café.
    1. Praktiziere Dankbarkeit! Sei dankbar für alle Menschen in deinem Leben. Erwarte nicht von einem zu viel.
    1. Ehrlichkeit, Offenheit, Authentizität. Tiefe Verbindungen sind entscheidend. Nicht die Anzahl. Das Erfolgsschema zum Aufbauen einer wahrhaftigen Verbindung ist hier: „Erzählen, zuhören, ehrlich sein“
Bevor du Kontakt zu anderen suchst, solltest du den  Kontakt zu dir selbst herstellen

Pflege deine Beziehung zu dir und dann die zu anderen!

Dazu lade ich von ganzem Herzen ein.

Dein Peter

 

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Manuel

Hallo,

wie kann es sein, dass man sich von jemandem trennt und dann wünscht, dass es dem anderen genauso schlecht geht wie sich selbst?
Wobei man bedenken könnte, dass, wenn man den anderen überhaupt nicht kennen würde, es einem egal wäre bzw. nicht von Bedeutung… Also sprich den Gedanken oder die Synapse im Gehirn lösen könnte. Dann wäre es egal.
Wie seht ihr das?
Danke.