Einsamkeit: Was wirklich hilft, wenn du einsam bist

Alfredo Le Mont sagte einmal: „Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.“ Damit hat er den Kern der Wahrheit gut getroffen. Ich möchte mich mit dir gemeinsam auf dem Weg machen, damit du verstehst, was Einsamkeit bedeutet und wie sie entsteht. Du erfährst, was du konkret tun kannst, um mit diesem Gefühl umzugehen.

Beginnen wir mit der Aussage: „Ich bin einsam!“ Das reden wir uns selbst ein, wenn wir abends auf der Couch oder einsam im Bett liegen. „Ich bin einsam!“ Was macht es mit uns, wenn wir das denken? Was ist es wirklich, was gerade da ist?

Der Unterschied zwischen "ich bin einsam" und "ich fühle mich einsam"

Zwischen den beiden Aussagen ist ein riesiger Unterschied. Ich bin einsam, ich bin ängstlich, ich bin ich. So haben wir es gelernt und so ist es leider in unserem Wortschatz gespeichert. Wir nehmen es an und generalisieren es. Wir übertragen das Ich bin einsam auf den ganzen Tag, auf den ganzen Monat und im Endeffekt aufs komplette Leben.

Lass uns mal genau hinschauen. Bist du wirklich den ganzen Tag einsam? Bist du wirklich die ganze Woche einsam? Gibt es auch Momente, in denen du nicht einsam bist,  dich nicht einsam fühlst? Gibt es Momente, in denen du Freude hast? In denen es dir gut geht? Nimm das Gefühl der Einsamkeit an. Spüre einmal, was die Aussage ich bin immer einsam mit dir macht? Erfahre jetzt deine Einsamkeit und lerne Schritt für Schritt, woher sie kommt.

Zuerst gilt es zu verstehen. Der Satz „Ich bin …“ nimmt uns den Handlungsspielraum, weil wir annehmen, dass wir so sind wie wir sind und es nicht ändern können. Wenn wir erkennen, dass Einsamkeit ein Gefühl ist wie Freude, Traurigkeit oder andere Gefühle, können wir es ändern. Wir müssen das Gefühl als solches erkennen und annehmen. Dadurch gewinnen wir Handlungsspielraum.

Lass uns genauer darauf schauen, wo das Gefühl entsteht. Ich fühle mich einsam, weil niemand bei mir ist. Ich fühle mich einsam, weil ich gerne einen Partner hätte, weil ich gerne mehr gemeinsam mit Freunden oder der Familie unternehmen würde usw. Wir verbinden das Gefühl der Einsamkeit mit anderen Menschen und da sollten wir ganz genau hinschauen. Ist es wirklich wahr? Ist es wahr, dass das Gefühl der Einsamkeit durch andere Menschen entsteht?

Du bist nicht alleine mit dieser Denkweise

Ich habe sehr viele Klienten, die sich einsam fühlen, obwohl sie viele Freunde haben, obwohl sie einen Partner und eine Familie haben. Obwohl sie scheinbar alles besitzen. Also ist das Gefühl auch da, wenn Menschen um sie herum sind. Vielleicht kennst du das auch. Du bist einsam, obwohl jemand da ist.

Gibt es auf der anderen Seite Momente in deinem Alltag, wenn du alleine bist,  dich aber nicht einsam fühlst oder es sogar genießt, zu Hause alleine zu sein und Ruhe zu haben? Ich kenne diese Momente sehr gut. Ich genieße es, wenn ich Zeit für mich habe. Zeit der Ruhe, in der ich gerne meditiere und gerne alleine bin, ohne mich einsam zu fühlen.

Beobachte mal, ob du dich in deinem Alltag öfter gut fühlst, obwohl du alleine bist. Ob diese Verbindung wirklich wahr ist, dass das Gefühl entsteht, weil wir alleine sind oder ob es einen anderen Grund gibt.

Wie das Gefühl der Einsamkeit entsteht

Wenn es also nicht von anderen Menschen abhängig ist, ob wir uns einsam fühlen, was ist dann der Grund? Warum fühlst du dich jetzt oder in deinem Alltag alleine? Es sind die Gedanken, die wir uns einreden. Wenn keiner bei mir ist, fühle ich mich einsam. Mit mir stimmt etwas nicht, weil ich nicht genug Freunde hab. Weil ich keine Partner finde. Es sind die Gedanken, mit denen wir uns selbst einreden, “so wie ich bin, bin ich nicht gut genug“.

Ganz wichtig: Es sind Gedanken, die das Gefühl der Einsamkeit auslösen.

Das schlimme dabei ist, dieses Gefühl der Einsamkeit erzeugt wieder Gedanken. Diese Verbindung zwischen Gefühl und Gedanken ist unglaublich stark. Wir denken Gedanken, die uns einsam machen. Dann fühlen wir diese Einsamkeit. Die Medien, die Umgebung und andere Menschen reden uns ständig ein, dass uns andere Menschen glücklich machen. Wenn ich endlich den Partner habe, bin ich glücklich, wenn ich Freunde habe, Kinder habe, eine Familie habe und so weiter.

Wir denken, wenn wir all das besitzen, fühlen wir uns nicht mehr einsam. All das wird uns von den Medien und von der Gesellschaft von klein auf suggeriert. Wir kennen nur dieses eine Bild vom Alltag. Jemand, der viele Freunde hat, ist glücklich, jemand mit Partner ist vollwertig. Ist es wirklich wahr?

Sind erfolgreiche Menschen nie einsam?

Es gibt viele Stars und Prominente, die ständig im Rampenlicht stehen, die scheinbar alles haben, insbesondere viele Freunde und Bekannte, aber im Inneren tiefst depressiv und einsam sind. Es gibt auch viele Unternehmer, die ich coache, die Familien, Partner und Menschen um sich haben und sich trotzdem einsam fühlen.

Wir dürfen dort ansetzen, wo die Einsamkeit erzeugt wird. Es sind die Gedanken, die uns einreden, dass etwas nicht passt, etwas nicht gut ist. Hör nicht mehr auf die Aussagen der Medien und der Gesellschaft, die uns einreden, wenn XY da ist, bist du glücklich. Was ist dann? Wenn du deinen Traumpartner hast, wenn du deine Freunde hast oder das Leben hast, dass du immer wolltest? Im ersten Moment würdest du vermutlich sagen, „Dann fühle ich mich nicht mehr einsam, dann bin ich glücklich“.

Wir glauben, dass uns andere Menschen dieses Glück schenken und das ist leider nur Schein.

Machen uns andere Menschen glücklich?

Viele stecken in ähnlichen Situationen nur in einem anderen Bereich. Beispielsweise erfolgreiche Karrieretypen. Sie glauben das Geld, der Erfolg, das Reisen macht sie glücklich. Sie machen sich vollkommen abhängig von externen Dingen. Sie sind oft überzeugt davon, dass wenn XY eintrifft, sie sich besser fühlen, sie nichts anderes brauchen. Dieser Zusammenhang ist trügerisch und funktioniert auf lange Sicht nicht.

Wir dürfen nicht die Verantwortung nach außen abgeben, wir müssen diese in uns übernehmen. Wir suchen eigentlich das Glück. Was würde passieren, wenn wir einen Shift machen? Ich suche nicht mehr im Außen bei einem Partner, Freunden, etc. Ich mache mich jetzt auf den Weg, herauszufinden, um was es eigentlich geht, wie ich wirklich glücklich werde. Ich suche Frieden in mir selbst.

Viele Freunde, ein Partner und todunglücklich oder alleine und glücklich? Unglück und Menschen oder Glück mit dir selbst? Wofür würdest du dich entscheiden? Wenn wir ehrlich sind, es geht uns doch immer ums Glücklich sein.

Tendierst du zu den Freunden, dann ist dieser Glaube so stark in dir verankert, dass dir nur Freunde Glück schenken. Dass sie dir das geben, was dir fehlt. Wenn wir uns rein hypothetisch auf die Reisen machen, zu erkennen, was wir wirklich wollen, was uns wirklich glücklich macht – völlig unabhängig von anderen – passiert etwas Spannendes: Man wird zu einem strahlenden Menschen.

Wie wir Menschen in unser Leben ziehen

Vielleicht kennst du solche Menschen, die den Raum betreten und mit ihren strahlenden Augen alle in ihren Bann ziehen. Menschen, mit denen man sich gerne umgibt. Diese Persönlichkeiten müssen nichts tun, sie wirken so anziehend, weil sie wirklich mit sich im Frieden sind.

Werden wir selbst zu solch einer Person mit strahlenden Augen, die den Fokus auf dem Leben hat und sich selbst kennt und annimmt, führt dies zu einem glücklichen Leben. Wenn das passiert, ziehen wir automatisch an, was wir uns vom Herzen wünschen. Wir ziehen Menschen in unser Umfeld, die gerne in unserer Nähe sind, wir ziehen Partner an, die uns lieben.

Was passiert, wenn wir in der Einsamkeit verweilen? Wir werden weiterhin versuchen, verzweifelt einen Partner oder Freunde zu finden. Es geschieht der gegenteilige Effekt. Wir handeln anders im Außen, als wir uns innerlich fühlen. Wir glauben, etwas stimmt nicht mit uns und wir setzen eine Maske auf, um anderen zu gefallen.

Unsere Maske führt zu noch mehr Einsamkeit

Die Menschen gehen intuitiv auf Abstand, wenn jemand nicht authentisch ist. Jeder Mensch strebt nach Glück, jeder möchte ein freudvolles glückliches Leben führen. Leider haben uns die Medien und die Gesellschaft eingeprägt, dass wir das Glück immer nur im Außen finden. Dieser Zusammenhang stimmt einfach nicht. Es gibt sogar psychologische Studien, die besagen, dass ein Erfolgserlebnis nur wenige Tage anhält. Erfolg im Beruf beispielsweise, macht 2 bis 4 Tage glücklich. Der Traumpartner und Traumberuf einige Wochen. Danach befindest du dich auf demselben Glücksniveau wie zuvor.

Machen wir uns auf den Weg und werden selbst zu dem Menschen mit strahlenden Augen, mit dem man sich gerne umgibt. Dann bekommen wir das, was wir von Anfang an wollten. Nicht indem wir darum kämpfen, sondern weil wir uns auf unser eigenes glückliches Leben konzentrieren. So wie du jetzt bist, bist du ok!

Zum Beispiel: Du denkst, mit mir stimmt etwas nicht. Sind diese Gedanken wirklich wahr? Was würde passieren, wenn du an den Gedanken weiter festhältst? Oder was würde passieren, wenn du diese Gedanken loslassen könntest oder nicht ernst nehmen würdest?

Ja es sind Erfahrungen, die auf unsere Erziehung beruhen, aber du kannst dich jetzt auf den Weg machen. Fange an, deine Gedanken zu beobachten. Ist es wirklich wahr? Welche Gefühle lösen deine Gedanken aus? Entwickle ein achtsames Bewusstsein, was Gedanken mit deinen Körper und die Gefühle mit deinen Gedanken machen.

Merke dir immer, die Gedanken haben nichts mit dir zu tun. Sie sind da, weil du sie immer gedacht hast. Lass sie Schritt für Schritt los. Schaue Videos zum Thema an, lass dich coachen, lese Bücher und bring Stück für Stück mehr Wohlbefinden in dein Leben. Mehr Liebe zu dir selbst. Irgendwann bekommst du dann genau das, was du am Anfang wolltest,  ohne es zu erzwingen oder zu kämpfen. Es kommt ganz natürlich, weil du so bist, wie du bist.

Zum Schluss gebe ich dir noch drei Punkte zum Thema Einsamkeit mit auf den Weg:

Punkt 1: Erkenne deine Gedanken. Beobachte sie und was sie für Gefühle auslösen. Lerne diese kennen. Die Antwort kann ich dir nicht geben, die musst du selbst erkennen. In dem du dich im Alltag beobachtest und dieses Gefühl fühlst. Achte darauf, welche Gedanken die Einsamkeit auflösen. Manchmal kommen Gedanken so schnell, ohne das wir diese direkt wahrnehmen.

Punkt 2: Fang an zu meditieren und lerne dich auf eine völlig neue Weise kennen. Du wirst schnell erkennen, dass du nicht deine Gedanken bist. Die Gedanken haben mehr mit deiner Vergangenheit, mit der Sozialisierung, mit der Erziehung oder mit dem System zu tun. All das dürfen wir in der Meditation entdecken. Setze dich hin und lass das Gefühl der Einsamkeit zu. Was passiert, wenn du es dir erlaubst, das Gefühl zu fühlen?

Punkt 3:  Übernehme die Verantwortung für dich selbst. Die Lüge der Konsumgesellschaft gilt nicht mehr. Du bist für dein Glück selbst verantwortlich. Ab jetzt fängst du an, jeden Tag einen kleinen Schritt zu gehen, ohne dich zu verurteilen. Entdecke spielerisch das Sein.

Am Anfang ist dies nicht immer leicht, wir beginnen uns mit uns selbst auseinandersetzen. Aber wir kommen Schritt für Schritt in die Leichtigkeit. Dazu lade ich von ganzem Herzen ein.


Lass uns zusammen ein Leben erschaffen, das wirklich rockt:


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