Wie du dein Inneres Kind heilst

Inneres Kind heilen

Unsere Beziehungen, unser beruflicher Erfolg, Gesundheit und Glücks- und Wohlbefinden sind abhängig vom Zustand unseres sogenannten inneren Kindes. Jeder hat dieses Kind in sich, welches repräsentativ für unsere Kindheit steht.

Dieses innere Kind beeinflusst unseren Alltag maßgeblich. Mehr als man glauben möchte. Es heißt sogar, dass 99 % unserer Probleme auf diese Prägungsjahre zurückzuführen sind.

In diesem Artikel geht es darum, wie sich die Verletzungen deines inneren Kindes in deinem Leben zeigen und wie du diese heilen kannst. Denn diese innere Arbeit ist extrem wichtig, um aus alten, destruktiven Verhaltensmustern auszubrechen.

Wer ist dieses innere Kind überhaupt?

Das sogenannte innere Kind wird in verschiedenen Lehren der Menschheitsgeschichte  thematisiert. Darunter auch im Buddhismus: Thích Nhất Hạnh sagt, dass das innere Kind in allen von uns wohnt und wir uns darum kümmern dürfen und müssen, wenn wir uns ein guten Leben erschaffen wollen.

Aber auch die westliche Psychologie ist längst dort angekommen. Es ist ja relativ eindeutig: Wir alle hatten eine Kindheit und insbesondere in den Prägungsjahren zwischen 0 und 6 kann es zu verschiedenen emotionalen Verletzungen gekommen sein, die unser Erwachsenenleben beeinträchtigen.

Bei einigen Menschen handelt es sich tatsächlich um wirklich schwerwiegende emotionale Verletzungen, wie psychische oder körperliche Misshandlung. Andere haben vielleicht nur kleine subtile Verletzungen erlitten, die ihnen nicht einmal bewusst sind.

Doch der Regelfall ist, dass wir uns an unsere Verletzungen nicht mehr erinnern und diese unbewusst unser Leben bestimmen.

"Die Arbeit mit dem inneren Kind ist der Schlüssel zu so viel Heilung"
- Peter Beer

Hier kannst du dir den Blogartikel auch als Video ansehen:

Aus den Verletzungen und Prägungen, die wir als Kind erfahren haben, entwickeln wir ungesunde Verhaltensweisen, die wir dann oft in einer anderen Form mit ins Erwachsenenleben tragen.

Die wichtigsten Bedürfnisse eines Kindes

Alle Kinder haben gewissen Grundbedürfnisse, darunter Nahrung, Nähe und Liebe. Wenn diese nicht ausreichend befriedigt werden, können Kinder Verhaltensweisen entwickeln, die ihnen im Erwachsenenalter schaden. Das schließt Beziehungen, beruflichen Erfolg, Gesundheit und v. a. Glück und Wohlbefinden mit ein.

Dass diese Verbindung zur Vergangenheit so bedeutsam ist, nehmen wir meistens gar nicht wahr. Denn wir sind uns selten darüber bewusst, was in unserer Kindheit vorgefallen ist.

Warum wir uns nur in Ausnahmefällen, z. B. wenn uns jemand ein Foto/Video davon zeigt oder berichtet, an diese Prägungszeit erinnern, hat folgenden spannenden Grund:

Ungefähr zwischen dem 6. und 7. Lebensjahr findet in unserem Gehirn noch einmal eine deutliche Umstrukturierung statt. Diese findet statt, damit das Denken deutlich logischer und flexibler wird, damit der Mensch theoretisch alleine überleben könnte. Und aus diesem Grund können wir uns im Normalfall nur in Ausnahmesituationen an die Zeit davor erinnern.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Großteil deines jetziges Lebens die Summe deiner kindlichen Prägungen ist.

Was gilt als Verletzung in der frühen Kindheit?

Damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie eine kindliche Verletzung oder Prägung aussehen kann, möchte ich dir das anhand eines Beispiels aus meinem Leben verdeutlichen.

Ich hatte eigentlich eine ganz glückliche Kindheit. Keine großen emotionalen Verletzungen. Allerdings hatte ich einen großen Bruder, dem ich sehr nachgestrebt bin. Meine Eltern waren ihm gefühlt näher, da sie mehr Gemeinsamkeiten mit ihm hatten. Das löste in mir eine emotionale Dysbalance aus: „So wie ich bin, nicht ok“, dachte ich und „Ich muss so sein wie er“.

Du siehst, manchmal sind es nur kleine Prägungen, die unser Leben massiv beeinflussen können.

Einer der Hauptgründe, warum ich damals in der Automobilbranche ausbrannte, war, weil ich etwas nachjagte, was nicht ich war. Und es war mir nicht einmal bewusst.

Wir alle haben negative Verhaltensmuster bzw. destruktive Denkmuster. Denkmuster und Gewohnheiten, die in unserer frühen Kindheit entstanden sind und jetzt fast unser ganzes Leben bestimmen.

Ich möchte dir zeigen, wie du damit beginnen kannst, diese zu heilen, um wirklich frei zu sein und dein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Wann es wichtig ist, dein inneres Kind zu heilen

Lies dir die folgenden Punkte einmal durch. Vielleicht kommt dir etwas davon bekannt vor:

  • Du fühlst dich hilflos, obwohl du so gerne etwas verändern möchtest
  • Auf der Suche nach Anerkennung hast du Perfektionismus, kontrollierendes Verhalten oder Schönheitswahn entwickelt
  • Du machst immer wieder die gleichen Erfahrungen (z. B. immer wieder der „falsche“ Partner) und verstehst nicht, warum.
  • Du strebst nach Harmonie, vermeidest Konflikte und vernachlässigst dabei dich selbst
  • Du klammerst dich an andere Menschen, aus Angst, allein gelassen zu werden
  • Du hast dich in Süchten und Konsum verloren, um dich abzulenken
  • Du strebst nach Macht und Kontrolle, aus Angst, verletzt zu werden
  • Du fängst Streit an und bist sehr fordernd, damit deine Bedürfnis auf jeden Fall befriedigt werden
  • Du rationalisierst oder intellektualisierst, um ja nicht zu fühlen


In welcher Situation findest du dich immer wieder?
Zum nachdenken

Die wichtigsten Wachstumsbedingungen für Kinder

Damit du dir noch einmal vor Augen halten kannst, welche Punkte für unsere Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen, habe ich die wichtigsten für dich aufgelistet.

  • Liebe: Babys und Kinder brauchen vor allem eines: Liebe! Wir alle brauchen emotionale Bindung und Wärme. Liebe, Nähe, emotionale Wärme ist das wichtigste, was Kinder für eine gesunde Entwicklung brauchen.

Viele haben davon vielleicht nicht genug davon bekommen. Oder haben gelernt, „Wenn ich lieb bin, fleißig, perfekt bin, wenn ich irgendwas tue, dann bekomme ich diese Liebe“.

An dieser Stelle entwickeln sich dann erste nicht sehr förderliche Verhaltensweisen.

  • Nahrung: Ein Unter- oder Überangebot an Nahrung kann sich auf das spätere Leben auswirken.
  • Sicherheit: Fehlende Sicherheit, z. B. wenn Eltern unzuverlässig sind, es zu einer Scheidung kam oder ein Elternteil einfach gegangen ist, wirken sich oftmals negativ auf das Verhalten der Kinder aus.
    Fehlende Sicherheit kann unter anderem zu Kontrollthemen wie Perfektionismus, Eifersucht, Klammern oder zu Wut oder Ängsten führen.
  • Eine gesunde Balance aus Herausforderungen, Verantwortung und Sicherheit: Sprich, dass wir aufgefangen werden, wenn etwas nicht klappt, ein Kind aber auch nicht ständig „in Watte gepackt" wird.

Es ist wirklich wichtig, sich einmal ganz ehrlich bewusst zu machen „Was tue ich hier eigentlich, was erlebe ich hier jeden Tag aufs Neue und warum?“

Prägungen aus der Kindheit

Typisch Ausprägungen im späteren Leben sind, bezogen auf die obigen Punkte, z. B. eine gewisse Hilflosigkeit: „Ich bin Opfer dieser Welt“. Keiner schreibt sich das gerne selbst auf die Fahnen. Menschen, die gerne jammern oder schimpfen fühlen sich als Opfer; sie können also nichts für das, was ihnen widerfährt.

Das nennt man erlernte Hilflosigkeit, die sie in der Kindheit entwickelt haben. Denn wenn sie sich damals hilflos verhalten haben, bekamen sie Zuwendung.
Ergo: Wenn ich Opfer bin, bekomme ich Aufmerksamkeit.

Wie du sehen kannst, liegt so vieles in unserer Kindheit begraben! Fast alles, was damals entstanden ist, beeinflusst heute deinen Alltag!

Heute ist uns das natürlich meistens nicht bewusst und oft kommen wir nicht weiter, fühlen uns als Opfer dieser Welt. Unbewusst streben wir noch nach Bedürfnissen, die in unserer Kindheit nicht befriedigt wurden.

Sei mal ehrlich: vielleicht trifft das auch auf dich zu.  Allein schon mit dieser Ehrlichkeit zu dir selbst kannst du anfangen, das zu heilen.

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Eine weitere Ausprägung, die ich oft beobachte, ist ein gewisser Perfektionismus. In den Medien können wir das gut verfolgen: Schönheitswahn und das perfekte Leben. Menschen, die einer Idealvorstellung nachlaufen, haben oft als Kinder gelernt: „Wenn ich alles perfekt mache, die Schöne, die Gute bin, ein Idealbild erfülle, dann bekomme ich Aufmerksamkeit“.

Diese Erwachsenen versuchen, alles perfekt zu machen, wollen z. B. ein Karrieretyp sein oder möglichst schön, nur um das zu bekommen, was sie in ihrer Kindheit vermisst haben.

Enorme Harmoniebedürftigkeit sehe ich auch oft. „Ich muss die Liebe und Brave sein, damit keiner auf mich böse ist“. Dieses Muster entsteht insbesondere dann, wenn Eltern oft streiten und das Kind versucht, Harmonie zu schaffen. Weil es diese Liebe, emotionale Wärme und Sicherheit möchte.

Später kann man dieses Verhalten im z. B. im Beruf beobachten, wenn Menschen nicht nein sagen können, alle zufriedenstellen wollen, keine Grenzen setzen können und sich letztendlich verausgaben, nur um anderen Menschen zu gefallen.

Das kann so weit gehen, dass sie bis zur Erschöpfung arbeiten oder in einen Burnout hineinrutschen. Jetzt könnte man sagen, dass ein erwachsener Mensch doch wissen sollte, wann es zu viel wird. Warum passiert es trotzdem so häufig?

Weil diese Inneren Antriebskräfte des Inneren Kindes so stark sind, dass wir unseren logischen Verstand ausschalten und Raubbau mit uns treiben.

Ängste aus der Kindheit

Eine weitere Ausprägung ist die Angst vor Ablehnung. Viele Menschen bauen, um Verletzungen zu vermeiden, eine Mauer um sich und können andere Menschen kaum oder gar nicht emotional an sich heranlassen. Sie haben als Kind gelernt: „Wenn ich jemand so nah an mich heranlasse, dann bedeutet das Schmerz.

Wenn sie verlassen wurden, sich nicht gemocht oder „richtig“ fühlten, weil ihre Eltern vielleicht eine andere Vorstellungen davon hatten, wie ein Kind sein sollte.

Durch dieses Verhalten bekommen sie natürlich nie das, was sie sich tatsächlich wirklich wünschen: die Befriedigung ihres Bedürfnisses nach Nähe. Und dieses Verlangen kann z. B. zu Süchten führen. Seien es klassische Süchte wie Alkohol und Rauchen oder ein Macht- oder Kontrollbedürfnis.

Zum Thema Sucht habe ich übrigens ein spannendes Video gemacht:

Die vermeintliche Kontrolle über Dinge dient entweder der Bedürfnisbefriedigung oder als Schutz vor Verletzungen, vor Unvorhersehbarem.

Die Kehrseite der Medaille ist hier eindeutig: Abhängigkeit und/oder der Dauerstress, immer die Kontrolle wahren zu müssen.

Im Erwachsenenalter sind solches Verhaltensweisen für uns gefühlt völlig entkoppelt von alten Erlebnissen. Wir sehen nur das Ergebnis in unserem jetzigen Leben, sehen aber nicht, wo es entstanden ist.

Um alte Verletzungen zu heilen, müssen wir aber genau an diese Stelle gehen!

Warum du dein inneres Kind heilen solltest

Ganz einfach: Weil es dein Leben verändern wird. 

Es gibt verschiedene Gründe, warum es sich lohnt, Kontakt mit seinem inneren Kind aufzunehmen und daran zu arbeiten, seine Verletzungen zu heilen.

Überlege dir, ob die Arbeit am inneren Kind etwas für dich wäre, wenn du

  • eine liebevolle Beziehung zu dir selbst aufbauen möchtest
  • lernen willst, gesund mit deinen eigenen Bedürfnissen umzugehen
  • alte emotionale Verletzungen heilen möchtest
  • innige und lebendige Beziehungen erfahren willst.
  • dein persönlichstes Potenzial entfalten möchtest
  • mehr Gleichgewicht, innere Stabilität, Souveränität und Lebensfreude spüren willst
  • deine eigene Gedanken- und Gefühlswelt und die deiner Mitmenschen besser zu verstehen willst
  • dein Leben aktiv und eigenverantwortlich gestalten willst

Der erste Schritt zur Heilung des inneren Kindes

Wie ich am Anfang erwähnt habe, geht man heute davon aus, dass 99 % unserer Probleme auf diese Prägungsjahre zurückzuführen sind.

Und wenn wir heute nichts ändern, wiederholen wir diese Muster auf den unterschiedlichsten Ebenen unser Leben lang weiter.

Wir müssen an dieser Stelle bewusst eingreifen, wenn wir Veränderung möchten.

Der erste Schritt besteht darin, dass wir unseren Alltag betrachten und überlegen, wo es am schwierigsten ist:

  • In unseren Beziehungen?
  • Mit den Kollegen?
  • Im Beruf?
  • Im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden?
  • Einer positiven inneren Einstellung?
  • Ist mein Leben so, wie ich es gerne hätte?
  • Ist Erfolg mit harter Arbeit und Schwere verbunden?
  • Gerate ich gefühlt immer wieder an die falschen Menschen, usw.?
  • Hast du das Bedürfnis, dass alles immer perfekt sein und nach Plan laufen muss?
  • Fühlst du dich oft einsam
  • Erzeugst du Streit in deinen Beziehungen oder in Situationen, in denen es dir nicht gut geht?

Ich verwende hier bewusst das Wort erzeugen, auch wenn du vielleicht sagst „ich kann doch nichts dafür“. Denke zurück an die erlernte Hilflosigkeit oder die Aufmerksamkeit, die man bekommt, wenn es einem schlecht geht.

Suche etwas heraus und reflektiere hier ganz bewusst und ehrlich deine Verhaltens- und Denkweisen, die du in diesen Situation an den Tag legst.

Es ist wirklich wichtig, sich einmal ganz ehrlich bewusst zu machen „Was tue ich hier eigentlich, was erlebe ich hier jeden Tag aufs Neue und warum?“

Nimm Kontakt zu deinem inneren Kind auf

Wenn du dich jetzt fragst, wie das funktionieren soll: Ich habe genau dafür eine geführte Meditation aufgenommen, die du gerne als ersten kleinen Ausstieg aus deinen Mustern nutzen kannst.

Dabei kannst du auch feststellen, ob du weiter in dieses Thema eintauchen möchtest. Du weißt vermutlich nach diesem Artikel schon, ob diese Thematik etwas ist, das für dich Bedeutung hat.

Es geht darum, ganz langsam wieder Kontakt mit dem inneren Kind aufzubauen. Wenn du dich jetzt schon entschieden hast, dass du die komplette Heilarbeit machen möchtest, kannst du dir auch gerne meinen intensiven Kurs dazu ansehen.

Zunächst ist es aber erst einmal wichtig, anzufangen. Diesen Kontakt aufbauen. Sich selbst wieder zur spüren. Und ganz wichtig! Sein inneres Kind zu heilen bedeutet nicht, Psychoanalyse zu betreiben!

Es geht nicht darum, in der Vergangenheit zu wühlen und sich an den damaligen Problemen aufzuhängen. Das führt zu nichts. Die Arbeit mit dem inneren Kind bedeutet, herauszufinden, was es braucht und ihm heute das zu geben, was es schon lange schmerzlich vermisst.

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Wenn dich der Inhalt dieses Artikels angesprochen hat, warte nicht länger. Sieh dir an, was dir dein inneres Kind sagen möchte und verändere dein Leben.

Dein Peter

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Lieber Peter,danke ,danke für das schöne Video.Endlich habe ich verstehen können,was mit dem inneren Kind gemeint ist.Viel gehört,gelesen und nichts verstanden.Da werde ich mal meine kleine Negerpuppe aus dem Schrank holen,um es nicht wieder zu vergessen,damit endlich die gewünschte Entspannung einsetzen kann.lieben Dank,Rike

Julian

Was hast du denn in bezug auf Innere Kind Arbeit selbst gemacht oder vorzuweisen? Ich finde den Artikel leider nicht sonderlich hilfreich wenn es darum geht ins tun zu kommen.