Wie du dein Inneres Kind heilst

Unsere Beziehungen, unser beruflicher Erfolg, Gesundheit und Glücks- und Wohlbefinden sind abhängig vom Zustand unseres sogenannten inneren Kindes. Jeder hat dieses innere Kind in sich, welches repräsentativ für unsere Kindheit steht.

Dieses innere Kind beeinflusst unseren Alltag maßgeblich. Mehr als man glauben möchte. In diesem Artikel geht es darum, wie sich die Verletzungen deines inneren Kindes in deinem Leben zeigen und wie du diese heilen kannst und dadurch die zahlreiche Ebenen deines Lebens bereichern kannst. Viele sind sich gar nicht darüber bewusst, wie wichtig diese innere Arbeit ist, um aus alten Verhaltensmustern auszubrechen.

Wer ist dieses innere Kind überhaupt?

Woher kommt diese Theorie dazu? Tatsächlich gibt es in den verschiedenen Lehren der Menschheitsgeschichte, z. B. im Buddhismus gibt bereits Lehren zum inneren Kind. Thích Nhất Hạnh sagt, dass es in allen von uns wohnt und wir uns darum kümmern dürfen und müssen, wenn wir uns ein guten Leben erschaffen wollen.

Aber auch die westliche Psychologie ist längst dort angekommen. Denn wir alle hatten eine Kindheit und insbesondere in den Prägungsjahren zwischen 0-6, kann es zu verschiedenen emotionalen Verletzungen gekommen sein, die unser Erwachsenenleben beeinträchtigen. Bei einigen handelt es sich tatsächlich um wirklich schwerwiegende emotionale Verletzungen, wie psychische oder körperliche Misshandlung. Andere haben vielleicht nur kleine subtile Verletzungen erlitten, die ihnen nicht einmal bewusst sind.

Aus den Verletzungen und Prägungen, die wir als Kind erfahren haben, haben wir dann ungesunde Verhaltensweisen entwickelt, die wir dann (oft in einer anderen Form) mit ins Erwachsenenleben getragen haben.

Die Bedürfnisse eines Kindes

Alle Kinder haben gewissen Grundbedürfnisse, darunter Nahrung, Nähe und Liebe. Wenn diese nicht ausreichend befriedigt werden,  können Kinder Verhaltensweisen entwickeln, die ihnen im Erwachsenenalter schaden. Das schließt Beziehungen, beruflichen Erfolg, Gesundheit und v. a. Glück und Wohlbefinden mit ein.

Dass diese Verbindung zur Vergangenheit so bedeutsam ist, nehmen wir meistens gar nicht wahr. Denn wir sind uns selten darüber bewusst, was in unserer Kindheit vorgefallen ist. Warum wir uns nur in Ausnahmefällen (z. B. wenn uns jemand ein Foto/Video davon zeigt oder berichtet) an diese Prägungszeit erinnern, hat folgenden spannenden Grund: Ungefähr zwischen dem 6. Und 7. Lebensjahr findet in unserem Gehirn noch einmal eine deutliche Umstrukturierung statt. Daher können wir uns im Normalfall nur in Ausnahmesituationen an die Zeit davor erinnern.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Großteil deines jetziges Lebens die Summe deiner kindlichen Prägungen ist.

Verletzungen in der Kindheit müssen nicht groß sein

Damit du ein Gefühl bekommst, wie eine kindliche Verletzung oder Prägung aussehen kann, möchte ich dir das Anhand eines Beispiels aus meinem Leben verdeutlichen.

Ich hatte eigentlich eine ganz glückliche Kindheit. Keine großen emotionalen Verletzungen. Allerdings hatte ich einen großen Bruder, dem ich sehr nachgestrebt bin. Meine Eltern waren ihm gefühlt näher, da sie mehr Gemeinsamkeiten mit ihm hatten. Das löste in mir eine Art emotionale Dysbalance aus: „So wie ich bin, nicht ok“, dachte ich und „Ich muss so sein wie er“.

Du siehst, manchmal sind es nur kleine Prägungen, die unser Leben massiv beeinflussen können. Einer der Hauptgründe, warum ich damals in der Automobilbranche ausbrannte, war, weil ich etwas nachjagte, was nicht ich war. Und es war mir nicht einmal bewusst.

Und wir alle haben ein paar negative Verhaltensmuster bzw. destruktive Denkmuster. Denkmuster und Gewohnheiten, die in unserer frühen Kindheit entstanden sind. Ich möchte dir zeigen, wie du damit beginnen kannst, diese zu heilen, um wirklich frei zu sein und dein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Die wichtigsten Wachstumsbedingungen für Kinder

Liebe: Babys und Kinder brauchen vor allem eines: Liebe! Wir alle brauchen emotionale Bindung und Wärme. Liebe, Nähe, emotionale Wärme ist das wichtigste, das Kinder für eine gesunde Entwicklung brauchen. Viele haben davon vielleicht nicht genug davon bekommen. Oder haben gelernt, „Wenn ich lieb bin, fleißig, perfekt bin, wenn ich irgendwas tue, dann bekomme ich diese Liebe“. An dieser Stelle entwickeln sich dann erste nicht sehr förderliche Verhaltensweisen.

Nahrung: Ein Unter- oder Überangebot an Nahrung kann sich auf das spätere Leben auswirken.

Sicherheit: Fehlende Sicherheit, z. B. wenn Eltern unzuverlässig sind, es zu einer Scheidung kam oder ein Elternteil einfach gegangen ist, wirken sich oftmals negativ auf das Verhalten der Kinder aus. Fehlende Sicherheit kann unter anderem zu Kontrollthemen wie Perfektionismus, Eifersucht, Klammern oder zu Wut oder Ängsten führen.

Eine gesunde Balance aus Herausforderungen, Verantwortung und Sicherheit: Sprich, dass wir aufgefangen werden, wenn etwas nicht klappt, ein Kind aber auch nicht ständig „in Watte gepackt wird.

Prägungen aus der Kindheit

Typisch Ausprägungen im späteren Leben sind, bezogen auf die obigen Punkte, z. B. eine gewisse Hilflosigkeit: „Ich bin Opfer dieser Welt“. Keiner schreibt sich das gerne selbst auf die Fahnen. Menschen, die gerne jammern oder schimpfen fühlen sich als Opfer; sie können also nichts für das, was ihnen widerfährt. Das ist erlernte Hilflosigkeit, die wir als Kinder entwickelt haben. Denn wir uns damals hilflos verhalten haben, haben wir Zuwendung bekommen. Ergo: Wenn ich Opfer bin, bekomme ich Aufmerksamkeit.

Wie du sehen kannst, liegt so vieles in unserer Kindheit begraben! Fast alles, was damals entstanden ist, beeinflusst heute deinen Alltag!

Heute ist uns das natürlich meistens nicht bewusst und oft kommen wir nicht weiter, fühlen uns als Opfer dieser Welt. Unbewusst streben wir noch nach Bedürfnissen, die in unserer Kindheit nicht befriedigt wurden. Sei mal ehrlich, vielleicht trifft das auch auf dich zu.  Allein schon mit dieser Ehrlichkeit zu dir selbst kannst du anfangen, das zu heilen.

Eine weitere Ausprägung, die ich oft beobachte, ist ein gewisser Perfektionismus. In den Medien können wir das gut beobachten: Schönheitswahn und das perfekte Leben. Menschen, die einer Idealvorstellung nachlaufen, haben oft als Kinder gelernt: „Wenn ich alles perfekt mache, die Schöne, die Gute bin, ein Idealbild erfülle, dann bekomme ich Aufmerksamkeit“. Sie versuchen, alles perfekt zu machen, wollen z. B. ein Karrieretyp sein oder möglichst schön, nur um das zu bekommen, was sie in ihrer Kindheit vermisst haben.

Enorme Harmoniebedürftigkeit sehe ich auch oft. „Ich muss die Liebe und Brave sein, damit keiner auf mich böse ist“. Dieses Muster entsteht insbesondere dann, wenn Eltern oft streiten und das Kind versucht, Harmonie zu schaffen. Weil es diese Liebe, emotionale Wärme und Sicherheit möchte. Später kann man dieses Verhalten im z. B. im Beruf beobachten, wenn Menschen nicht nein sagen können, alle zufriedenstellen wollen, keine Grenzen setzen können und sich letztendlich verausgaben, nur um anderen Menschen zu gefallen.

Das kann so weit gehen, dass sie bis zur Erschöpfung arbeiten oder in einen Burnout hineinrutschen. Jetzt könnte man sagen, dass ein erwachsener Mensch doch wissen sollte, wann es zu viel wird. Warum passiert es trotzdem so häufig? Weil diese Inneren Antriebskräfte des Inneren Kindes so stark sind, dass wir unseren logischen Verstand ausschalten und Raubbau mit uns treiben.

Ängste

Eine weitere Ausprägung ist die Angst vor Ablehnung. Viele Menschen bauen, um Verletzungen zu vermeiden, eine Art Mauer um sich und können andere Menschen kaum oder gar nicht emotional an sich heranlassen, weil sie als Kind gelernt haben: „Wenn ich jemand so nah an mich heranlasse, dann bedeutet das Schmerz. Wenn sie verlassen wurden, sich nicht gemocht oder „richtig“ fühlten, weil ihre Eltern vielleicht eine andere Vorstellungen davon hatten, wie ein Kind sein sollte.

Durch dieses Verhalten bekommen sie natürlich nie das, was sie sich tatsächlich wirklich wünschen: die Befriedigung ihres Bedürfnisses nach Nähe. Und dieses Verlangen kann z. B. zu Süchten führen. Seien es klassische Süchte wie Alkohol und Rauchen oder ein Macht- oder Kontrollbedürfnis. Die vermeintliche Kontrolle über Dinge dient entweder der Bedürfnisbefriedigung oder als Schutz vor Verletzungen, vor Unvorhersehbarem. Die Kehrseite der Medaille ist hier eindeutig: Abhängigkeit und/oder der Dauerstress, immer die Kontrolle wahren zu müssen.

Im Erwachsenenalter sind solches Verhaltensweisen für uns gefühlt völlig entkoppelt von alten Erlebnissen. Wir sehen nur das Ergebnis in unserem jetzigen Leben, sehen aber nicht, wo es entstanden ist. Um alte Verletzungen zu heilen, müssen wir aber genau an diese Stelle gehen!

Der erste Schritt zur Heilung

Es heißt, dass 99 % unserer Probleme auf diese Prägungsjahre zurückzuführen sind. Und wenn wir heute nichts ändern, wiederholen wir diese Muster auf den unterschiedlichsten Ebenen unser Leben lang weiter. Wir müssen an dieser Stelle bewusst eingreifen, wenn wir Veränderung möchten.

Der erste Schritt besteht darin, dass wir unseren Alltag betrachten und überlegen, wo es am schwierigsten ist. In unseren Beziehungen? Mit den Kollegen? Im Beruf? Im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden, einer positiven inneren Einstellung? Ist mein Leben so, wie ich es gerne hätte? Ist Erfolg mit harter Arbeit und Schwere verbunden, gerate ich gefühlt immer wieder an die falschen Menschen, usw.?

Suche etwas heraus und reflektiere hier ganz bewusst und ehrlich deine Verhaltens- und Denkweisen, die du in diesen Situation an den Tag legst. Hast du das Bedürfnis, dass alles immer perfekt sein muss und nach Plan laufen muss? Fühlst du dich oft einsam? Erzeugst du Streit in deinen Beziehungen oder in Situationen, in denen es dir nicht gut geht?

Ich verwende hier bewusst das Wort „erzeugen“, auch wenn du vielleicht sagst „ich kann doch nichts dafür“. Denke zurück an die erlernte Hilflosigkeit oder die Aufmerksamkeit, die man bekommt, wenn es einem schlecht geht. Es ist wirklich wichtig, sich einmal ganz ehrlich bewusst zu machen „Was tue ich hier eigentlich, was erlebe ich hier jeden Tag aufs Neue und warum?“

Bereiche deines Lebens, in denen du gefühlt immer wieder gegen eine Wand läufst, sind oft Resultate der Verletzungen des inneren Kindes, die noch nicht geheilt sind. Auch, wenn es für dich vielleicht komisch klingt, aber dafür ist es notwendig, mit ihm in Kontakt zu treten, herauszufinden, was ihm fehlt, was es benötigt, damit alte Verletzungen heilen können. Die meisten Menschen haben ihr inneres Kind völlig verschüttet, sind komplett abgeschnitten von diesem Teil von ihnen.

Nimm Kontakt zu deinem inneren Kind auf

Ich habe zu diesem Thema eine Meditation aufgenommen, die du gerne als ersten kleinen Ausstieg aus deinen Mustern nutzen kannst. Dabei kannst du auch feststellen, ob du weiter in dieses Thema eintauchen möchtest. Du weißt vermutlich nach diesem Artikel schon, ob diese Thematik etwas ist, das für dich Bedeutung hat.

Es geht darum, ganz langsam wieder Kontakt mit dem inneren Kind aufzubauen. Wenn du dich jetzt schon entschieden hast, dass du die komplette Heilarbeit machen möchtest, kannst du dir auch gerne meinen intensiven Kurs dazu ansehen.

Zunächst ist es aber erst einmal wichtig, anzufangen. Diesen Kontakt aufbauen. Sich selbst wieder zur spüren. Und ganz wichtig! Sein inneres Kind zu heilen bedeutet nicht, Psychoanalyse zu betreiben! Es geht nicht darum, in der Vergangenheit zu wühlen und sich an den damaligen Problemen aufzuhängen. Das führt zu nichts. Die Arbeit mit dem inneren Kind bedeutet, herauszufinden, was es braucht und ihm heute das zu geben, was es schon lange schmerzlich vermisst.


Lass uns zusammen ein Leben erschaffen, das wirklich rockt:


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Elke Baur
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Elke Baur

Hallo Peter Beer,
ich habe die Innere-Kind-Meditation bereits bezahlt, ein Herunterladen war aber leider nicht möglich. Können Sie mir den link bitte an meine e-Mail-Adresse schicken?
Herzlichen Dank!